10 Jahre Euro - 10 Jahre Preis-Explosion

ÖSTERREICH-Check

© TZ Österreich

10 Jahre Euro - 10 Jahre Preis-Explosion

Das ist unfassbar! Seit der Euro-Einführung sind die Preise bei uns regelrecht explodiert. Kaffee kostet gar um 123 % mehr als vor zehn Jahren.

Eigentlich sind wir ja einiges gewöhnt: Monat für Monat legen uns die Statistiker die neuesten Preiserhöhungen vor. Erst im November stieg die Inflation erneut um 3,6 Prozent. Der Preis für einen Liter Diesel stieg sogar um 21,6 Prozent.

Der große ÖSTERREICH-Check zeigt aber jetzt: Schon seit Jahren müssen wir uns diesen Preiswahnsinn gefallen lassen: Von Jänner 2001 (ein Jahr vor der Euro-Einführung) bis Jänner 2011 stieg der Verbraucherpreisindex um unglaubliche 20,8 Prozent!

Besonders dramatisch: Zahlreiche Produkte des täglichen Bedarfs sind noch teurer geworden als der Durchschnitt. Der Überblick:

25 Produkte des täglichen Bedarfs vom U-Bahn-Fahrschein bis zur Vollmilch hat ÖSTERREICH unter die Lupe genommen und die Preise von 2001 mit jenen aus dem Jahr 2011 verglichen. Schnell wird klar: Kaum ein Produkt kann auch nur annähernd seinen Preis halten. Fast alles ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich teurer geworden.

  • Absoluter Spitzenreiter: das Pfund Kaffee. Laut einer Erhebung der AK Niederösterreich zahlt man zehn Jahre später für das gleiche Paket Kaffee im Handel statt 2,90 Euro (2001) 6,49 Euro (2011) – eine Teuerung von 123 Prozent! Geht man von einer durchschnittlichen jährlichen Inflation von zwei Prozent aus, müsste das Pfund heute eigentlich 3,50 Euro kosten. Eigentlich.
  • Ebenfalls saftige Teuerungen gab es bei Chips (+32,3 %), bei Vollmilch (+29,0 %) und bei Butter (+28,7 %). Und gerade bei den Lebensmitteln vermutet die Arbeiterkammer: Durch wenig Konkurrenz im österreichischen Handel werden Preise gerne auch nach oben korrigiert.
  • Aber nicht nur die Lebensmittel fallen der Teuerung zum Opfer. Auch für Kultur muss man tiefer in die Tasche greifen. Eine Kinokarte kostet jetzt im Schnitt um 76,5 % mehr, eine Eintrittskarte ins Museum 38,5 % und ein Ticket für die Staatsoper ist sogar um bis zu 116,9 Prozent teurer geworden!
  • Ebenfalls schon seit Jahren frisst uns der Preis für Benzin ein großes Loch ins Geldbörserl: Ein Liter Super kostet nun um 53,5 % mehr, ein Liter Diesel gar 84,1%.
  • Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer: Brillen sind um 40,8 % günstiger geworden, die Ausstellung von Führerscheinen um 10,4 Prozent.

Dass besonders der Euro für diese Teuerung verantwortlich sein soll, weist zumindest die Wirtschaftskammer zurück: Die Jahresinflation sei seit Euro-Einführung sogar deutlich geringer als noch zu Schilling-Zeiten.

D. Müllejans, J. Prüller

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