15. Oktober 2011 00:00

Metaller verschärfen Protest 

100.000 im Lohn-Streik

Die Stimmung unter den Arbeitern ist aufgeheizt. Ab Montag steht alles still.

100.000 im Lohn-Streik
© APA/ Rubra
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© TZ Österreich / Schwarzl
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 In über 200 Betrieben gab es gestern Warnstreiks. Gibt es übers Wochenende kein verbessertes Arbeitgeber-Angebot, ist ab Montag Vollstreik.

Arbeitskampf
Nach den Warnstreiks am Donnerstag haben die Metaller gestern die Gangart verschärft. In rund 200 Betrieben österreichweit wurde seit den frühen Morgenstunden gestreikt, teilweise bis Schichtende. Im Opel-Werk Wien-Aspern standen die Bänder den ganzen Tag still. Bestreikt wurden unter anderem auch MAN, BMW, Magna, Otis und Schindler. Bei der voest in Linz wurde die Werkseinfahrt blockiert, über 4.000 Beschäftigte nahmen an einer Betriebsversammlung teil. Insgesamt beteiligten sich gestern etwa 100.000 der 165.000 Beschäftigten der Metallindustrie an den Warnstreiks.

Die Stimmung heizt sich immer mehr auf. Die Kampfmaßnahmen seien „nicht Jux und Tollerei“, betonte Hans-Karl Schaller, Konzernbetriebsratsvorsitzender der voest. „Die Helden der Fabrik machen einen tollen Job und wollen sich nicht mit drei Prozent abspeisen lassen.“

Wie berichtet, fordern die Metaller angesichts der hohen Inflation und der zuletzt guten Unternehmensgewinne 5,5 Prozent mehr. Das letzte Angebot der Arbeitgeber lautete auf 3,65 Prozent plus 200 Euro Einmalzahlung.

Man stehe auch über das Wochenende für Verhandlungen bereit, betont die Gewerkschaft. Kommt kein verbessertes Angebot, geht es am Montag verschärft weiter. Wolfgang Katzian, Chef der Angestelltengewerkschaft GPA-djp, kündigt ab Montag einen „unbefristeten Streik in allen Betrieben“ an (siehe Interview). Das heiße etwa, dass bei der voest alle Hochöfen heruntergefahren werden. „Die Menschen haben erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Das Ganze wird eine Streikbewegung“, ergänzt Karl Proyer, GPA-Verhandler für die Metaller.

Inflation hoch wie nie: Das stärkt Metaller-Forderungen
Die Arbeitgeberseite unter Chefverhandler Christoph Hinteregger äußerte sich gestern nicht zu den Protesten. Am Donnerstag hatte Hinteregger erneut darauf verwiesen, dass 5,5 Prozent angesichts der schlechten Konjunkturaussichten nicht machbar seien. Übers Wochenende ist von ihm kein neues Angebot zu erwarten, er will erst beim nächsten vereinbarten Termin am 20. Oktober weiterverhandeln.

Jeder Streiktag kostet die Industrie kolportierte zwei Millionen Euro. Die Metallergewerkschaft warf einigen Unternehmern gestern vor, die Streikenden mit Jobverlust zu bedrohen. Das seien „niveaulose Einschüchterungsversuche.

Weitere Verhandlungen erst am Donnerstag

Die Arbeitgeber in der Metallindustrie wollen sich nicht durch Streiks zum Verhandlungstisch zurück zwingen lassen. Es bleibt beim regulären nächsten Gesprächstermin am Donnerstag, dem 20. Oktober, hieß es von Seiten der Industrie zur APA. Die Gespräche über den Kollektivvertrag 2012 waren am vergangenen Mittwoch von den Arbeitnehmervertretern unterbrochen worden, nachdem sie mit ihrer Forderung nach einer Lohnerhöhung von 5,5 Prozent nicht durchgekommen waren. Seit Donnerstag gibt es daher bundesweit Betriebsversammlungen und Warnstreiks, die am Montag in einen Vollstreik übergehen werden, so die Drohung der Metallergewerkschaft Pro-Ge.

GPA-Chef Katzian im Interview: "Unbefristeter Streik"

ÖSTERREICH: Auch gestern gab es kein neues Angebot der Arbeitgeber. Wie geht es jetzt weiter?
Wolfgang Katzian: Gestern gab es in mehr als 200 Betrieben Warnstreiks. Ich rechne nicht damit, dass es über das Wochenende zu einer Einigung kommt. Das heißt, ab Montag beginnen unbefristete Streiks.

ÖSTERREICH: Was fordern Sie für die Lohnverhandlungen der anderen Branchen?
Katzian: Klar ist, dass es überall Abschlüsse deutlich über der Inflation geben muss.

Zeitplan: So geht's weiter

Nach der energischen Kraftdemonstration der Metaller-Gewerkschaft droht auch bei den nächsten Lohnverhandlungen ein Chaos.

Wenn der Streik weiter so ansteckend wirkt wie in den letzten zwei Tagen, dann haben Österreichs Lohnverhandler einen heißen Herbst vor sich.

Metaller kämpfen vor: Den Anfang haben die Metaller gemacht und am Freitag mit rund 100.000 streikenden Mitarbeitern den Arbeitgebervertretern die Rute ins Fenster gestellt. Bislang allerdings erfolglos: Christoph Hinteregger, Chefverhandler der Arbeitgeber, zu ÖSTERREICH: „Wir haben einen Verhandlungstermin, das ist der kommende Donnerstag, und ich sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern.“

Am Montag sollen deshalb die Streiks weitergehen – kuriosester Trittbrettfahrer: die Wien Energie. „Ab 6 Uhr wird die Wien Energie bestreikt, das Kundenzentrum Spittelau bleibt geschlossen, die Versorgung der 318.000 Wohnungskunden ist allerdings gesichert“, heißt es zu ÖSTERREICH.

Handel der Nächste: Die Unruhe bei den Metall-Verhandlungen – es geht um die geforderten 5,5 Prozent – könnte sich auch auf die anderen Lohnverhandlungen auswirken.

Bereits am kommenden Mittwoch, dem 19. Oktober, geht der Handel in die erste Runde – es geht mit 450.000 Beschäftigten um die größte Arbeitnehmergruppe. Und auch hier scheint der Konflikt schon programmiert, denn das erklärte Ziel ist: „Anrechnung der Karenzzeiten als geleistete Berufsjahre“, so Gewerkschafter Hans-Georg Brandtner. Arbeitgebervertreter Fritz Aichinger dazu: „Das kann sicher nicht auf KV-Ebene gelöst werden.“

Beamte noch offen: Noch gar nicht festgelegt ist ein Termin für die 350.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Sicher ist jedoch auch hier: Man will eine Abgeltung der immens hohen Inflation.

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27 Postings
Blackmind meint am 15.10.2011 13:12:39 ANTWORTEN >
HIer scheint ja die Meinung vorzuherrschen die Betriebe in Österreich bestehen nur aus Mega-milliarden-KOnzernen, und die Aktionäre stecken sich die Taschen voll. Ihr habt ja KronenZeitungsleser-Niveau :-)
Tu ma schön Geld vernichten, auch im Mittelstand ( die sind der größte Arbeitgeber), is eh schon wurscht...
branwhen meint am 15.10.2011 12:49:19 ANTWORTEN >
Endlich ist man wach geworden!!!
Die Manager verdienen sich dumm und dämlich, egal welche Leistung sie auch erbringen
und die Arbeiter ohne die KEIN Betrieb arbeiten kann sprich Gewinn machen kann würden mit
"Almosen" abgespeist werden!
Diese Streiks waren schon ganz lange überfällig!!!
Pseudoecho meint am 15.10.2011 12:27:16 ANTWORTEN >
so blöden aussagen kotzen einfach an und können nur von leiuten kommen, die vom tuten und blasen null ahnung haben. warum solln sich diese arbeiter (jetzt mal die metaller) mit lächerlichen 3/10tel über der inflationsrate abspeißen lassen wenn sie die hauptlasst an dem beachtlichen erfolg getragen haben, der im vergangenem jahr eingefahren wurde und die herrn im nadelstreif fülln sich im gegensatz dazu ihre säckel mit dicken fetten bonis??? da gehts der wirtschaft nicht schlecht??? da is kein standort in gefahr??? die größte gefahr für den wirtschaftsstandort ist unser staat mit seinen extrem hohen lohnnebenkosten und nicht die arbeiter, die sich für den erfolg krumm und buckeligi gearbeitet haben. von den diversen einsparungen nebenbei garnichterst zu reden.
OGHaHa meint am 14.10.2011 21:27:18 ANTWORTEN >
Juhu, wir sägen an dem Ast auf dem wir sitzen...

Richtig so, muss eh mal wieder richtig krachen damit ALLE wieder bescheiden werden.
finn777 meint am 14.10.2011 16:27:43 ANTWORTEN >
Die Ausbeuter irren sich wenn Sie glauben das das Volk miesen Ausbeutern nichts wegnehmen kann wenn diese den Hut drauf hauen! Schauen Sie einmal außerhalb Europas wenn die Arbeiter mit Waffen die Fabriken stürmen oder schauen Sie ein paar Jahre zurück auf den Karl Marx Hof als die Arbeiter auf die Barrikaden gingen (Ist Ihnen so etwas lieber)??? PS Wenn alle Dienstnehmer die Arbeit verweigern und nur noch untereinander Handel treiben (Keinerlei Dienstleistungen und Waren an ehemalige Ausbeuter gehen die Ausbeuter zugrunde)!!!!
a4m meint am 14.10.2011 15:18:52 ANTWORTEN >
a2m hat völlig recht, nur wie sollen die betroffenen idioten das verstehen?
Volksstimme meint am 14.10.2011 14:42:45 ANTWORTEN >
Hört die Signale! Gemeinsam sind wir stark!
Lasst euch nichts gefallen, kämpft für eure Überzeugung!
Die Gier dieser selbstgeschaffenen Elite (Direktoren, Manager, Vorstände) etc
ist grenzenlos, für die sind wir alle nur Dreck. Die kaufen sich die Politik, wie sie sie
brauchen (ÖVP). Lassen wir uns das nicht bieten!
-777 meint am 14.10.2011 14:39:10 ANTWORTEN >
robertle
gerechte Gewinnverteilung
Neben diesen ungerechtfertigten Manager-Gagen gibt es noch die Bankster und Börsenhaie, die die Gesellschaft ruinieren.
008 meint am 14.10.2011 14:32:17 ANTWORTEN >
empfehle den Arbeitgebern dringend, nicht nachzugeben und die Gewerkschaftserpresser gegen die Wand laufen zu lassen. Mehr als ein/zwei Wochen halten die Hackler das eh nicht durch....
5er meint am 15.10.2011 13:09:07
lieber 008, die Hackler,so wie du sie nennst, halten viel mehr als 2 Wochen aus.
Die haben auch jahrelangen besc.... durch die AG ausgehalten. Und die abgefakten Drohungen Arbeit outzusorcen ist ja auch nicht neu, lieber Herr Mitterlehner. Nur wer nach China emigrieren will soll sich vorher erkundigen wie da mit Schmiergeld und Korruption umgegangen wird. Da fehlt einem schnell die Rübe.....
Mersy77 meint am 14.10.2011 18:56:28
Na da bin ich mal gespannt .... Bei 2 Wochen streik was das für ein Verlust für die Firmen wäre
Frosch meint am 14.10.2011 12:56:31 ANTWORTEN >
Ich finde es richtig, dass die Gewerkschaft hier Profil zeigt. Es kann nicht sein, dass die Leistungsträger Bonuszahlungen in schwindelerregenden Höhen lukrieren und das auf Kosten der Arbeitnehmner.
Und eines muss diesen Leistungsträgern schon klar sein - weil hier eine Anspielung auf China war - sollten sie die guten Jobs in Österreich/Europa vernichten, ja dann vernichten sie auch die Käufer ihrer Produkte und damit auch ihre Bonuszahlungen!
Josef66 meint am 14.10.2011 12:45:00 ANTWORTEN >
gebe angsthase recht nur leider wir es so sein wenn die 5,5% durchgesetzt werden wird im gegenzug eine kündigungswelle erfolgen um die erhöhung abzufangen und die arbeitnehmer die übrig bleiben müüsen das ausbaden.
robertle meint am 14.10.2011 12:06:33 ANTWORTEN >
Bei uns Arbeiter wollen die Manager immer sparen dass sie mehr fürs eigene Sackerl haben! Da müsste die Politik einmal den Hebel ansetzen! Für was braucht bitte ein Manager 100.000 Euro im Monat? Das Geld gehört wieder Richtig verteilt wie es Früher war. Aber die Gier ist ein Hund!
angsthase meint am 14.10.2011 11:29:19 ANTWORTEN >
Inflation 3,6% Warenkorb 7,1% da sind die 5,5% eigentlich ja zu wenig deshalb finde ich es gut wenn man die 5,5% hart verteidigt
angsthase meint am 14.10.2011 11:23:15 ANTWORTEN >
dann haben wir schwarz blau und was da in der vergangenheit abgelaufen ist kann man heute täglich in der zeitung lesen. besser eine deckel auf die gehälter setzen - jeder der mehr als 250 000 im jahr verdient sollte den darüber liegenden betrag an steuer abführen oder an die mitarbeiter verteilen
gerechte Gewinnverteilung meint am 14.10.2011 10:52:27 ANTWORTEN >
Wenn die Manager voll abkassieren, und sich die Besitzer die Taschen voll stopfen können, muss auch etwas für die die es erwirtschaften übrig sein!!!. Früher waren die Unternehmen auch spendabel wenn die Geschäfte gut liefen!!! Heute cashen nur mehr eine Hand voll Schurken ab!!!
a2m meint am 14.10.2011 10:26:36 ANTWORTEN >
warum wollen die idioten unbedingt, daß ihre arbeitsplätze nach china verlagert werden? reallöhne zu niedrig? stimmt! aber daran sind die steueren schuld die der staat zur finanzierung des aufgeblähten sozialstaates einhebt. also in zukunft nicht mehr rot wählen, dann kann der sozialstaat auf ein halbwegs vernünftiges maß zurückgeschraubt werden und dann bleibt jenen die areiten auch mehr netto.
mindestsicherung von über 700 EUR, beamtenpensionen, öbb das ist der grund für die niedrigen reallöhne!
Sonic meint am 14.10.2011 14:36:41
Selten blödes Posting. Entweder selber ein Abzocker, Ausbeuter oder übergeschnappt.
a3m meint am 14.10.2011 11:17:30
Dummkopf!
5er meint am 14.10.2011 11:04:14
September 2011: 3,6% Inflation, und Schuld sind die Lohnforderungen der Metaller....
Wer ist hier der Idiot?
5er meint am 14.10.2011 10:37:32
und wann gehst du nach China?
ein gast 001 meint am 14.10.2011 09:33:08 ANTWORTEN >
warum kürzen wir nicht die manager-gehälter um 10%, geben den Arbeitern plus 3,65%! wenn nicht mehr als 3,65% seitens der arbeitgeber drinn sind, würde ich mir auch eine kürzung bei den managern erwarten. die gewinne des letzten jahres würde ich lieber in einer kriegskasse sehen, die nächsten jahre werden eher schlechter werden (vor allem metaller) bzw. die stahlproduktion und damit auch die nebengewerke wandern immer stärker und schneller aus österreich ab => der preisdruck wird für die unternehmen höher werden...blöde situation, doch wenn die manager mehr bekommen, verstehe ich den grant und frust der arbeiter, die ebenso ihren anteil am erfolg haben!
E.1979 meint am 14.10.2011 09:19:43 ANTWORTEN >
Wie soll man familie arbeit schaffen ohne ruecklagen schon gar nicht die wirtschaft anzukurbeln wenn nichts bleibt?
Die kleinen ruecklagen die man hat gehen eh fuer kinder haus und auto drauf was soll man sich da noch goennen?
In meint am 14.10.2011 08:12:03 ANTWORTEN >
Zeiten er Kurzarbeit war jeder froh, dass er nicht gänzlich arbeitslos wurde und diese Zeiten können schneller wieder da sein als man glaubt. Ausserdem sollte die prozentuelle Erhöhung abgestuft werden bei den höheren Gehältern.
5er meint am 14.10.2011 10:35:22
mit der Kurzarbeit haben die AN ebenfalls durch Lohnverluste draufgezahl. In meiner Fa. hat kein "Manager" kurzgearbeitet......
Auch wurden viele damals entlassen wieder zurückgeholt, natürlich um wesentlich weniger Lohn. Und jetzt will man eben wieder gerne endlich ein Plus im Lohnsackerl haben. Man will eh nicht wie bei der "Ersten" die Vorstände, sich die Gage verdoppeln. Und diese Bank hat ja eben auch nicht gerade fette Gewinne eingefahren......
helmut65 meint am 14.10.2011 06:58:12 ANTWORTEN >
Unbedingt ein ordentliches Plus herausholen, damit die Berechnungsbasis für das Arbeitslosengeld im nächsten Jahr auch stimmt.
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