08. Februar 2012 15:36

Medienbericht 

Athen: Doch EZB-Beteiligung an Schuldenschnitt

Europäische Zentralbank will offenbar auf Zinsen verzichten

Athen: Doch EZB-Beteiligung an Schuldenschnitt
© APA

Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich einem Medienbericht zufolge doch an dem geplanten Schuldenschnitt für Griechenland beteiligen. Wie die US-Tageszeitung "Wall Street Journal" (WSJ) am Mittwoch berichtete, plant die Notenbank, einer der größten öffentlichen Gläubiger Griechenlands, auf Zinszahlungen für einen Teil der von ihr gehaltenen Staatsanleihen des Landes zu verzichten.

Voraussetzung sei jedoch, dass sich Athen mit den privaten Gläubigern auf einen Schuldenschnitt einige. Die Zeitung beruft sich auf Personen, die über die laufenden Umstrukturierungsverhandlungen unterrichtet seien.

Den Angaben zufolge geht es um Schuldpapiere, welche die EZB im vergangenen Mai aufgekauft habe, um die Kosten für Anleihen des hoch verschuldeten Landes an den Finanzmärkten zu drücken. Der Plan schlug jedoch fehl: Athen ist von den Finanzmärkten seither faktisch ausgeschlossen. Vehemente Kritik musste die EZB seinerzeit vor allem von der Bundesbank einstecken, die sich strikt gegen ein Einschreiten der Notenbank aussprach.

   Analysten werteten den "WSJ"-Bericht, wonach sich die EZB mit 11 Mrd. Euro an einem Schuldenschnitt Griechenlands beteiligen wolle, als ermutigend. "Damit würde der Kreis der Beteiligten an der Umschuldung Griechenlands über den privaten Sektor hinaus ausgeweitet. Der Schritt hin zum EFSF ist dann nicht mehr weit", schrieb die HSH Nordbank. "Möglicherweise haben einige Marktteilnehmer dies zum Anlass genommen, einer Einigung in Griechenland wesentlich optimistischer entgegenzusehen." Ein Sprecher der EZB lehnte einen Kommentar zu dem Zeitungsbericht ab.


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Mag. Robert Cvrkal meint am 08.02.2012 16:52:30 ANTWORTEN >
Was bisher immer abgeleugnet wurde, jedoch für JEDEN mit etwas Wirtschaftswissen ausgestatteten von vornherein klar war, nämlich daß die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, dürfte bald auch offiziell werden. Wenn sich die EZB am Schuldenschnitt beteiligt dann dürften auch die regionalen Nationalbanken mitziehen, womit sich der Schaden für den österr. Steuerzahler vermehrt, da die ÖNB über giftige Papiere Griechenlands verfügt.

Nachdem auch bei Portugal im Sommer/Herbst 2012 ein Schuldenschnitt bevorstehen dürfte, kann sich der österr. Steuerzahler bereits auf den nächsten Verlust einstellen. Hinzukommen noch die Probleme von Italien und Spanien, welche sich nur mehr durch Interventionen der EZB zu akzeptablen Zinsen refinanzieren können, womit auf die Eurozone turbulente Zeiten zukommen.

Die Hochrisikospekulationen unserer Regierung sowie der nach dem Proporz besetzten Banken sind mitverantwortlich für den Verlust der Triple-A-Bonität Österreichs und entsprechend der Entwicklung sind weitere Rückstufungen und damit steigende Finanzierungskosten und in weiterer Folge ein zu füllendes Manko im öffentlichen Haushalt vorhersehbar.
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