12. März 2010 12:35

 

D: 2010 durchschnittlich 3,5 Mio. Arbeitslose erwartet

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rechnet mit einem deutlich geringeren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland als befürchtet. Im Jahresdurchschnitt erwartet das IAB nun 3,5 Mio. Erwerbslose. Das wären nur 120.000 mehr als 2009 und 600.000 weniger als noch im September vorhergesagt.

D: 2010 durchschnittlich 3,5 Mio. Arbeitslose erwartet
© AP
D: 2010 durchschnittlich 3,5 Mio. Arbeitslose erwartet
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Die IAB-Autoren gehen bei ihrer neuen Prognose von einem deutlich stärkeren Wirtschaftswachstum aus. Sie rechnen jetzt mit einem Plus von 1,75 % beim BIP. Im September hatten sie nur einen Anstieg um 0,5 % erwartet.

"Eine generelle Entwarnung kann für den Arbeitsmarkt jedenfalls nicht gegeben werden, denn die deutsche Wirtschaft ist nach wie vor deutlich unterausgelastet", schreiben die IAB-Autoren. So hätten im vergangenen Jahr Kurzarbeit und flexible Arbeitszeitregelungen die Wucht der Wirtschaftskrise größtenteils abgefangen. Der Rückgang der Arbeitszeit habe sich aber im zweiten Halbjahr verlangsamt. Die Betriebe scheinen also diese Möglichkeiten weitgehend ausgeschöpft zu haben.

Angesichts der unverändert schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt sei es vor allem für bereits arbeitslos gewordene Menschen und für Absolventen einer Ausbildung weiter schwer, eine Stelle zu finden. Die IAB-Forscher gehen daher davon aus, dass sich die Dauer der Arbeitslosigkeit im laufenden Jahr erhöhen und die Zahl der Hartz-IV-Empfänger steigen wird.

Entlastet werden dürfte der Arbeitsmarkt 2010 dagegen von der Bevölkerungsentwicklung: Das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende IAB geht davon aus, dass das Arbeitskräfteangebot in Westdeutschland gleichbleiben und in Ostdeutschland um mehr als 110.000 Menschen sinken wird.

Für 2011 halten die IAB-Autoren dann eine Stagnation auf dem Arbeitsmarkt für möglich. Bei einem derzeit erwarteten Wirtschaftswachstum von 1,2 bis 2,0 % sei ein Jahr des "jobless growth" zu erwarten, in dem es weder zu einem Beschäftigungsaufbau noch zu einem -abbau kommen werde.


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