29. Jänner 2010 21:12
Diese Empfehlung hat es sich: Auf nur 31 Seiten erklärt die EU-Kommission
jetzt, wie sie dem blauen Dunst endgültig den Garaus machen will. Das Ziel:
„Eine zu 100 Prozent rauchfreie Umgebung“. Und um das zu erreichen, schreckt
man jetzt auch vor drastischen Maßnahmen nicht mehr zurück. ÖSTERREICH kennt
die Pläne im Detail:
In der gesamten EU soll zukünftig eine eigene Raucher-Polizei mit „unplanmäßigen,
unangekündigten Kontrollen“ für die strikte Einhaltung der Tabakgesetze
sorgen.
Verstöße sollen dabei künftig härter geahndet,
Geldstrafen erhöht werden. Besonders Unternehmen werden künftig
tiefer in die Tasche greifen müssen.
Aus allen öffentlichen Gebäuden und Unternehmen sollen die
Aschenbecher nicht nur verbannt, sondern dort gleich ganz verboten werden.
Und: Auch vor Schauprozessen schreckt die EU nun nicht mehr zurück. Wortwörtlich
wird den Mitgliedsstaaten empfohlen, „eine Aufsehen erregende Strafverfolgung
zu betreiben“. Besonders prominente Rauch-Sünder sollen dann am
Pranger stehen. Denn gerade ihnen soll in aller Öffentlichkeit der Prozess
gemacht werden und das mit dem Ziel, „die größtmögliche öffentliche
Aufmerksamkeit zu erregen“.
Wirte offensiv: „Vorstoß ist für uns nicht bindend“
Klar ist: Die Empfehlung mit dem unscheinbaren Namen 2009/C 296/02 wurde
bereits am 30. November von den EU-Gesundheitsministern unterzeichnet, hat
auch das EU-Parlament bereits passiert. Und: In den nächsten drei Jahren
soll sie dann in den 27 Mitgliedsstaaten der EU umgesetzt werden.
Kein Wunder also, dass sowohl Raucher, als auch österreichische Gastronomen
nun auf die Barrikaden steigen. „Es handelt sich hierbei nur um eine
Empfehlung der EU, die keinerlei Bindungscharakter für Österreich hat“,
stellt der Obmann des Fachverbandes Gastronomie der Wirtschaftskammer,
Helmut Hinterleitner, im Gespräch mit ÖSTERREICH fest. Er ist überzeugt:
„Egal was die EU sagt: In zehn Jahren wird man hierzulande noch immer in
einem Kaffeehaus sitzen und eine Zigarette rauchen können.“
Hannes Kartnig: "Gesetze verwirren doch nur"
Ich bin Genussraucher und werde das auch in Zukunft bleiben. Wenn die
EU dieses Gesetz aber tatsächlich so einführt, können sie auch gleich
Alkohol verbieten. Der ist ja auch gesundheitsschädlich. Den Herren
in Brüssel war wahrscheinlich nur wieder langweilig, mit immer neuen
Gesetzen werden die Leute ja nur unnötig verwirrt.
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Wolfgang Ambros: "Nicht alles vorschreiben lassen"
Ich bin ein zivilisierter Raucher: Wenn ich wo nicht rauchen darf,
rauche ich nicht. Sind wir schon so weit wie in den USA? Oder sind wir
noch eigenständige Menschen, die im Gegensatz zu den Amerikanern
Tausende Jahre Kultur hinter sich haben? Wir können selber
entscheiden, was gut oder schlecht ist. Wir sollen uns nicht alles
vorschreiben lassen.
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