12. März 2010 09:24
© TZ Oesterreich Niesner Lisi
Getragen wurde das BIP-Wachstum im 4. Quartal von den Exporten (+1,6 %) und
dem privaten Konsum (+0,2 %, während die Bruttoanlageinvestitionen weiterhin
rückläufig waren (-1,6 %).
Die Wertschöpfung der Sachgütererzeugung nahm im vierten Quartal 2009
saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um 1,3 % zu (3. Quartal: +1,9 %).
Die stärker an der Inlandsnachfrage orientierten Bereiche entwickelten sich
ungünstiger. In der Bauwirtschaft und in den Dienstleistungsbereichen
Handel, Beherbergungswesen und Verkehr stagnierte die Wertschöpfung
weiterhin.
Die Erholung der internationalen Konjunktur hielt in den ersten zwei Monaten
2010 an. Im 4. Quartal 2009 war die Wirtschaft in den USA und in Südostasien
stark gewachsen, getragen von Fiskalimpulsen in den USA und China und einer
Wiederbelebung des Welthandels, die mit einem raschen Lageraufbau
einherging.
Im 1. Quartal 2010 dürfte sich die Expansion in den USA nun etwas
verlangsamt haben, jedoch robust bleiben, erwarten die Wifo-Experten.
Einiges weise darauf hin, dass der Aufschwung in den USA nunmehr den
Unternehmenssektor erreicht habe: Die Investitionen seien nicht länger
rückläufig, und die Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich stabilisiert, wenn
auch bei einer Arbeitslosenquote von 9,7 %.
Im Euroraum lag die Wachstumsrate im 4. Quartal 2009 gegenüber dem
Vorquartal bei nur 0,1 %. Der private Konsum stagnierte, und die
Anlageinvestitionen sanken weiter, nur die Exporte legten um 1,7 % zu.
Angesichts der Entwicklung der Exporte und anderer Indikatoren könnte das
BIP-Wachstum aber im 4. Quartal etwas unterschätzt worden sein, was im 1.
Quartal 2010 kompensiert werden könnte, so das Wifo.
Allerdings dürfte das Wachstum in den ersten zwei Monaten 2010 mäßig
ausgefallen sein. "Makroökonomische Ungleichgewichte in einigen
südeuropäischen Ländern" könnten die Entwicklung im Euroraum heuer weiter
belasten.
Für Österreich zeigt der Wifo-Konjunkturtest vom Februar eine weitere
Verbesserung der Unternehmererwartungen in der Industrie, in der
Bauwirtschaft gebe es aber kaum Hinweise auf eine Erholung, heißt es. Im 4.
Quartal sanken die Bauinvestitionen um 0,8 % gegenüber dem Vorquartal. Auch
das 1. Quartal 2010 dürfte sich wegen des kalten Wetters schwach entwickeln.
Die Tourismusumsätze lagen nach ersten Schätzungen in der ersten Hälfte der
Wintersaison um 3 % unter dem Rekordergebnis des Vorjahres, der Rückgang sei
aber im internationalen vergleich gering und schwächer als erwartet.