23. März 2010 15:01
Glücksspiele seien "ethisch strittig, weil sie dem Menschen und der
Gesellschaft schaden"; deshalb seien "auch die angeblichen wirtschaftlichen
Vorteile sehr fraglich".
In einer Liste führen die Bischöfe die Nebenerscheinungen auf, die durch
Glücksspiele hervorgerufen würden: Sie reichten vom "Bankrott Einzelner und
ihrer Familien" über den "Produktivitätsschwund bei süchtigen
Glücksspielern", "Selbstmorde, erhöhte Ausgaben für Polizei und Bekämpfung
der Kriminalität" bis hin zu "Anwachsen der Prostitution".
In der Praxis sei durch die neue Glückspiel-Gesetzgebung beschlossen worden,
dass Casinos umso niedrigere Abgaben zahlen, je mehr Menschen "dort ihr Geld
verspielen". Während bedarfsorientierte Firmen mit 19 % besteuert würden,
müsse "eine Firma, die durch ihre Tätigkeit große wirtschaftliche und
moralische Schäden anrichtet, dem Staat viel weniger abführen". Daher
brauche man "eine Gesetzgebung, die den örtlichen Selbstverwaltungen die
Möglichkeit gibt, Spielautomaten und Spielhöllen auf ihrem eigenen
Territorium zu verbieten".
Metropolis wird österreichische Kunden anlocken
Das Projekt "Metropolis" soll nach den Vorstellungen des
US-Glücksspielkonzerns "Harrah's" und des ungarischen Immo-Entwicklers
TriGranit eines der größten Casinos Europas werden. Sein Standort
unmittelbar an der österreichischen Grenze und an der von Wien kommenden
Autobahn ist unverkennbar auch auf potenzielle Kunden aus Österreich
zugeschnitten. Während die Befürworter des Projekts vor allem die Schaffung
von Arbeitsplätzen ins Treffen führen, fürchten die Gegner langfristig
katastrophale Folgewirkungen.
Kurz vor den für den 12. Juni angesetzten Parlamentswahlen hat das Projekt
auch eine parteipolitische Dimension: Während sich die Smer von
Ministerpräsident Robert Fico für das Projekt ausspricht, fordern die im
Gemeinderat von Bratislava dominierenden christdemokratischen Parteien mit
der KDH von Bürgermeister Andrej Durkovsky an der Spitze die Errichtung
eines Vergnügungsparks ohne Casino.