18. Jänner 2010 16:28

 

Nowotny sieht Phase wirtschaftlicher Erholung

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hält ein erneutes Abgleiten Europas in die Rezession innerhalb kurzer Zeit für unwahrscheinlich. Eine solche von Experten als "Double Dip" bezeichnete Entwicklung erwarte er nicht, sagte Nowotny am 18. Jänner in einem TV-Interview.

Nowotny sieht Phase wirtschaftlicher Erholung

"Wir befinden uns in einer Phase langsamen, aber stetigen Wachstums", betonte Nowotny, der auch Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ist. Im Zuge der langsamen Erholung haben sich die Währungshüter bereits im Dezember entschieden, die Geld-Transfusionen sukzessive zu verringern. So seien laut Nowotny zunächst die über ein Jahr laufenden langfristigen Kreditlinien beendet worden. Er ist auch überzeugt, dass die Banken imstande sein werden, den Einjahrestender im Juli zurückzahlen zu können.

"Wir stoppen nicht die Liquiditätszufuhr, was wir machen ist, dass wir die Laufzeiten verkürzen", sagte er. Die Banken würden selbst wissen, wie sie darauf reagieren und entsprechende Strategien haben, fügte er an. "Vonseiten der EZB sind wir aber auf alles was kommt vorbereitet", so das EZB-Ratsmitglied.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung in Mittel- und Osteuropa sagte Nowotny, dass die Lage in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich sei. "Wir haben Länder mit einer sehr positiven Entwicklung, Polen ist das einzige EU-Land, das 2009 ein Wirtschaftswachstum aufweist. Die Nachbarländer Österreichs entwickeln sich auch gut", sagte er. Probleme gebe es weiterhin in Ländern wie der Ukraine. Für die EU-Mitgliedsländer im Osten sieht er aber generell eine positive Entwicklung.

Zudem stünden die österreichischen Banken auch weiterhin zu ihren Engagements in Osteuropa, betonte Nowotny, was nicht zuletzt auch zur Stabilisierung der Region beigetragen habe. Die Schuldenkrise Griechenlands müsse laut Nowotny im Auge behalten werden. Die griechische Regierung habe vergangene Woche einen Plan zur Sanierung der desolaten Staatsfinanzen vorgelegt. "Der wichtigste Punkt ist, dass Griechenland erkannt hat, dass es keine Alternative zur strikten Budgetdisziplin gibt", betonte Nowotny.

Von Marc Jones und Adrian Murdoch


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