29. April 2010 11:14
Ursprünglich war nämlich von Baukosten in Höhe von 7,8 Mrd. Euro für die
Autobahnverbindung zwischen der West- und Ostslowakei ausgegangen worden.
Wegen Termindrucks vonseiten der links-nationalistischen Regierung hatten
die Banken aber ihre Bedingungen verschärft. Nur in der ersten Phase sollen
4 Mrd. Euro investiert werden. 250 Mio. Euro an Krediten gewährt die EBRD,
von der EIB wird ein Kredit in Höhe von 1 Mrd. Euro erwartet.
Verkehrsminister Vazny sieht die Kredite von EBRD und EIB als Bestätigung,
dass die Banken die PP-Projekte unterstützen. Gebaut werden die Autobahnen
vom französischen Konsortium Bouygues.
Die Opposition wirft der Regierung dagegen Geldverschwendung vor. Die
Christdemokraten haben Regierungschef Fico aufgefordert, die Verträge erst
nach der Parlamentswahl zu unterzeichnen. Der Vizechef der oppositionellen
Slowakischen Demokratischen und Christlichen Union (SDKU) drohte den
zuständigen Regierungsmitgliedern mit einer Strafanzeige wegen
Amtsmissbrauch. Fico konterte, dass nicht gebaute Autobahnen am teuersten
seien. Die PP-Projekte seien die einzige Möglichkeit, den Autobahnbau zu
finanzieren.
Die oppositionellen Parteien bezweifeln die Effektivität des Bau der
Autobahn durch PP-Projekte. Die Christdemokraten ersuchten den Premier, die
Verträge über die Projekte erst nach der Parlamentswahl zu unterzeichnen.
Ivan Miklos, Vizevorsitzender der oppositionellen Slowakischen
Demokratischen und Christlichen Union (SDKU), erklärte, falls die Verträge
unterzeichnet werden, will die SDKU gegen Premier Robert Fico,
Verkehrsminister Lubomir Vazny und Finanzminister Jan Pociatek Strafanzeige
wegen Missbrauchs des Amtes einreichen.
Fico erklärte, die teuerste Autobahn sei die nicht gebaute Autobahn, und
PP-Projekte seien die einzige Möglichkeit den Bau einer Autobahn zu
finanzieren. Verkehrsminister Vazny sagte, dass sich die Fertigstellung der
Autobahnen ohne die nun gewählte Finanzierungsform bis 2020 verzögern würde.
Mit dem PP-Projekt können die Autobahnen schon bis 2014 fertiggestellt
werden.