28. November 2011 11:14
Die Eurozone rutscht nach Einschätzung der OECD in eine neue kurzfristige Rezession. Sowohl in diesem als auch im nächsten Quartal werde die Wirtschaftsleistung der 17 Staaten mit der Gemeinschaftswährung voraussichtlich schrumpfen, heißt es im neuen Konjunkturausblick der Industrieländerorganisation. Erst ab dem zweiten Quartal sei wieder mit positiven Zahlen zu rechnen.

Für das Gesamtjahr 2012 prognostizieren die OECD-Experte in der Eurozone ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent. In den Krisenstaaten bleibt die Lage allerdings düster. Für Italien wird ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,5 Prozent prognostiziert. Portugal muss sogar mit einem Minus von 3,2 Prozent rechnen. Die Schätzung für Griechenland liegt bei minus 3,0 Prozent.
Österreichs BIP bricht ein
Die Prognose für Österreichs BIP wurde für 2012 auf 0,6 (2,1)% gesenkt. Das ist ein Einbruch des Zuwachses um mehr als vier Fünftel, denn für 2011 berechnet die OECD 3,2 Prozent Wachstum, heißt es in dem am Montag in Paris veröffentlichten jüngsten Wirtschaftsausblick der OECD. Die Prognose für das laufende Jahr wurde damit verglichen zum Mai-Vorausblick um 0,3 Prozent hinaufkorrigiert.
Rettungsfonds aufstocken
"Um die Ansteckungsgefahr in der Eurozone einzudämmen, muss der Europäische Rettungsfonds erheblich aufgestockt und die Europäische Zentralbank mit einbezogen werden", forderte Chef-Volkswirt Pier Carlo Padoan am Montag zur Vorstellung des Ausblicks in Paris. "Diese deutlich erhöhte Feuerkraft muss mit Reformen einhergehen, die fahrlässigem Verhalten entgegenwirken."
Relativ optimistisch blickt die OECD unterdessen auf die Lage in Deutschland. Die wirtschaftliche Entwicklung werde zwar bis ins Frühjahr hinein schwach bleiben. Von Mitte 2012 sei dann aber mit einer Erholung zu rechnen. "Im Jahr 2013 dürfte das Wachstum stärker ausfallen als in anderen Mitgliedern des Euro-Raums, nicht zuletzt, da kein nennenswerter Abbau von Privat- und Unternehmensschulden erfolgen muss", schreibt die OECD in ihrem jüngsten Ausblick. Für 2012 rechnet sie mit einem Wachstum von 0,6 Prozent.
Allerdings gibt es bereits von den Ratingagenturen die Warnung, daß dann alle Triple-A-Staaten in Europa ihre Bestnote bei der Bonitätsbewertung verlieren könnten. Aufgrund der aktuellen und vorausgesagten Entwicklung (z. B. Entwicklung der Zinsenaufschläge in Relation zu Deutschland, Wirtschaftsentwicklung) dürfte dann Deutschland als einziges Land der Eurozone seine Triple-A-Bonitätseinstufung über die Runden retten können und könnte dann über den europäischen Stabilitätspakt (EMS) faktisch in die Souveränität aller Länder der Eurozone eingreifen.
Bürgermitbestimmung jetzt um die nächsten Generationen vor dem Diktat fremder Staaten zur retten und den nächsten Generationen einen entsprechenden finanziellen Spielraum zu hinterlassen.