17. März 2010 11:13
Wie die Bank Austria, UniCredit-Tochter für Österreich und Osteuropa,
mitteilte, ist das Betriebsergebnis aus dem operativen Kundengeschäft um 10
% auf den neuen Rekordwert von 3,6 Mrd. Euro angewachsen. Auch das
Handelsergebnis sei nach einem Verlust von 418 Mio. Euro im Jahr davor 2009
mit 326 Mio. Euro wieder positiv.
Der Gewinn je Aktie beträgt 5,45 Euro (2008: 5,66 Euro). Im
Jahresdurchschnitt war eine Aktienzahl von 202 Mio. Stück im Umlauf. Sowohl
das Österreich-Geschäft als auch die CEE-Division schreiben Gewinn.
Tier 1 Quote von 10,4 Prozent
Dank des Kapitaleinschusses der Mailänder Mutter UniCredit im 1. Quartal
2010 von 2 Mrd. Euro ist die Bank Austria nach Worten ihres Chefs Willibald
Cernko die eigenkapitalstärkste Großbank des Landes. Die Tier 1 Quote
(bezogen auf alle Risiken) habe sich unter Einrechnung der Kapitalzufuhr auf
10,4 % (2008: 6,82 %, Jahresende 2009 ohne Kapitalerhöhung 8,68 %)
verbessert.
Die Bank hat 2009 auch wieder kräftig Personal abgebaut, diesmal vor allem
in Kasachstan und in der Ukraine. In Kasachstan sank der Personalstand um
690, in der Ukraine um 1.706 Stellen (Vollzeitarbeitskräfte).
Belastend wirkten wieder die Kreditvorsorgen. Nach einem leichten Rückgang
Anfang 2009 nahm der Kreditrisikoaufwand im Jahresverlauf wieder zu. Dabei
entwickelten sich Österreich und CEE, sowie die einzelnen Länder innerhalb
von Zentral- und Osteuropa, sehr unterschiedlich.
In Summe stieg 2009 der Aufwand für das Kreditrisiko im Jahresvergleich auf
2,267 Mrd. Euro (2008: 1,012 Mrd. Euro). Davon entfielen 549 Mio. Euro auf
Kredite im österreichischen Geschäft, ein Anstieg um 16 %.
Jede Menge faule Kredite im Osten
Der Löwenanteil betraf die Ostkredite: In den CEE-Tochterbanken wuchs der
Kreditrisikoaufwand auf 1,718 Mrd. Euro (2008: 537 Mio. Euro). Für diesen
starken Anstieg waren einige wenige problembelastete Länder verantwortlich
Nach Bank-Angaben stammen 55 % sowohl des Zuwachses als auch des absoluten
Aufwands fürs Kreditrisiko aus nur 3 Ländern: Kasachstan mit 499 Mio. Euro
(2008: 124 Mio. Euro), Ukraine mit 228 Mio. Euro (2008: 89 Mio. Euro) und
Russland mit 207 Mio. Euro (2008: 77 Mio. Euro).
2008 hatte es milliardenschwere Firmenwertabschreibungen bei einzelnen
Ostbanken gegeben. Nach den hohen Goodwill-Abschreibungen von damals 1,027
Mrd. Euro habe die Werthaltigkeitsprüfung für 2009 bis auf 19 Mio. Euro -
überwiegend für die CJSC UniCredit Securities, vormals ATON - keinen
weiteren Goodwill-Abschreibungsbedarf ergeben.
UniCredit fürchtet keine Überraschungen aus Ukraine
"In diesem Jahr erwarten wir uns eine stabile Lage. Nach den Wahlen
hat das Land eine gewisse Stabilität erreicht. Die Qualität unseres
Kundenportfolios ist dort gut", sagt UniCredit-Risikomanager Karl
Guha. Auch die Krise in Griechenland macht UniCredit nicht zu schaffen.
Mit Ausnahme der Banktochter im krisengeplagten Kasachstan (2009: 294
Mio. Euro Verlust vor Steuern) machte kein Land Verluste, erklärte
Bank Austria-Chef Willibald Cernko bei seiner Jahrespressekonferenz in
Wien. Bei der Ukraine-Tochter ist der Gewinn allerdings um 80 % auf 22
Mio. Euro eingebrochen. Die Bank Austria verantwortet das Ost-Geschäft
(außer Polen).
Ein Rückzug aus irgend einem CEE-Land stehe überhaupt nicht zur
Debatte, betonte Cernko. Im Gegenteil: In mehreren Ländern - vor allem
Türkei, Tschechien - beginne man wieder mit Investitionen in neue
Filialen.
Das Umfeld im "dritten Jahr der Krise" ist für die Banken nach wie vor
schwierig. Dennoch glaubt Cernko, "dass wir den Höhepunkt der
Kreditvorsorgen schon gesehen haben".
Der italienische Konzernchef der Bank-Austria-Mutter, Profumo,
erklärte am Mittwoch in einem Conference Call, Signale des Wachstums
in Mittel- und Osteuropa seien spürbar. "Länder wie Russland, Polen,
die Türkei und zum Teil Tschechien haben zu wachsen begonnen. Wir
haben 2 Mrd. Euro in die Bank Austria gepumpt, um diesem Wachstum
nachzujagen". Rekapitalisierungen einzelner Osttöchter stehen nach
Angaben der Bank Austria nicht an.
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Auch heuer keine Dividende nach Mailand
Die Bank Austria wird ihrer Mutter UniCredit in Mailand auch für 2009
keine Dividende überweisen. Wie schon nach dem Geschäftsjahr 2008
bleibt der Gewinn in der Bank, wird also thesauriert, so Bankchef
Willibald Cernko. Zum Vergleich: Für das Jahr 2007 hat die Bank
Austria ihrer Mailänder Mutter noch 780 Mio. Dividende überwiesen.
Trotz des krisenhaften Umfelds habe man 2009 einen in etwa
unveränderten Nettogewinn von 1,1 Mrd. Euro erreicht. Aber unter
nochmals erschwerten realwirtschaftlichen Bedingungen: "2008
hatte ein einzelnes mieses Quartal. 2009 hatten wir vier miese
Quartale", sagte Cernko. In der Einschätzung des aktuellen
Umfelds hält es Cernko mit Notenbankchef Ewald Nowotny, wonach man
jetzt im dritten Jahr der Krise sei.
Ein neues Kostenreduktionsprogramm in Österreich hat der
Bank-Austria-Chef nicht vor. In Osteuropa liefen in mehreren Ländern
auch in den vergangenen Monaten Sparprogramme für die dortigen
Tochterbanken.
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