10. März 2010 09:01
Die Versicherungen hätten anders als die Banken keine wie immer geartete
staatliche Unterstützung in Anspruch genommen, daher sei ihm nicht bewusst,
dass auch die Assekuranz von einer Bankenabgabe mit angesprochen werden
sollte: "An uns ist niemand herangetreten.
Es gibt keine uns bekannten offiziellen Wünsche." Im übrigen würde
eine zusätzliche Besteuerung der Branche die Konkurrenzfähigkeit der
heimischen Versicherer im Vergleich zu den ausländischen Konkurrenten
beeinträchtigen, so VIG-Chef Geyer. Die Branche zahlt derzeit bereits knapp
2,5 Mrd. Euro an Versicherungssteuern im Jahr.
Am Dienstag hatte Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka Gespräche über eine
Ausweitung der geplanten Bankensteuer auch auf Versicherungen und
Investmentfondsgesellschaften (KAG) bestätigt. Die Abgabe solle möglichst "breit
aufgestellt" werden, sagte Lopatka vor dem Ministerrat. Das angestrebte
Einnahmenvolumen von 500 Mio. Euro solle sich dadurch aber nicht ändern. Das
würde bedeuten, dass im Gegenzug die Banken geringer belastet wären.
Schützenhilfe vom Allianz-Chef
Harsche Kritik an Überlegungen, die Bankenabgabe auch auf die
Versicherungsbranche auszuweiten, kommt auch von Allianz-Österreich-Chef
Wolfram Littich. "Ich halte davon gar nichts", sagte er im Rahmen der
Präsentation der Ergebniszahlen 2009. Eine solche Maßnahme sei
ordnungspolitisch falsch, denn die Versicherungen seien nicht Verursacher
der Krise, sondern Betroffene und hätten außerdem in Österreich keinen
einzigen Cent Staatshilfe in Anspruch genommen.
Steuerpolitisch bedenklich wäre es, eine Branche zu bestrafen - "Wieso nicht
die Bäcker oder die Stahlindustrie?". Dies dürfte zudem verfassungswidrig
sein, vermutet Littich. Besteuert werde der Kunde, denn das Vermögen gehöre
den Versicherten. Er gehe davon aus, dass die Ausweitung nicht kommen wird.
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Versicherungsverbands-Generalsekretär Louis Norman-Audenhove erinnert
daran, dass die heimischen Versicherer in den vergangenen Jahren
allein an direkten Versicherungssteuern jeweils rund 2,3 bis 2,5 Mrd.
Euro an den Fiskus überwiesen haben. Hinzu kommen noch die
individuellen Unternehmensbesteuerungen. Darüber hinaus betrug das
Steueraufkommen der heimischen Versicherer im EWR nochmals gut 18 Mio.
Euro, zudem wurden 12,7 Mio. Euro an Umlagen zur Finanzierung der
Wirtschaftskammern geleistet.
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