03. März 2010 08:56
Wichtig sei, dass diese Dinge in stabiler und solider Form vor sich gehen.
In Österreich habe bei Bankenproblemen kein Sparer einen Euro verloren. Auch
die Kreditversorgung sei in Ordnung, "auch wenn es manchmal knirscht".
In ganz Europa herrsche eine Konsolidierungstendenz im Banksektor. In den
USA gebe es ein paar sehr große Bankenriesen und eine Fülle von kleineren
Instituten. "Ich denke, dass wir in Europa auch in diese Strukturen
hineinkommen werden".
Die Banken hätten einen "enormen" Kapitalbedarf. Aber nicht von heute auf
morgen, meinte Nowotny. Verantwortungsvolle Bankmanager hätten auch in der
Vergangenheit Gewinne thesauriert.
Weltweit sei ein Strukturwandel im Gange. Von den zehn größten Banken der
Welt werden über kurz oder lang wohl fünf aus Südostasien stammen. Das sei
ein Lernprozess, sagte Nowotny, mit Herausforderungen.
RZB-Chef Walter Rothensteiner geht ebenfalls davon aus, dass sich was ändern
wird. Aber man solle da nicht an den großen Paukenschlag denken, der von
heute auf morgen alles ändere, meint der Banker, der selber gerade die
Fusion von Raiffeisen International und RZB vorbereitet. Außerdem solle
niemand so tun, als ob bis jetzt nichts passiert sei. Die heutige Bank
Austria Gruppe sei aus fünf österreichischen Banken hervorgegangen.
Banker sehen sich als Steuer-Vorhut
Die Banken in Österreich sind überzeugt, die Vorhut zu sein für
steuerliche Belastungen zur Budgetsanierung. "Es wird irgendwann im
Herbst ein Abgabenänderungsgesetz geben, da werden nicht nur Banken
drinstehen", sagte RZB-Chef Walter Rothensteiner bei einer Diskussion
mit Notenbankchef Nowotny und Bank Austria-General Willi Cernko.
Rothensteiner geht davon aus, dass die Banken in Österreich in den
nächsten Jahren externes Kapital notwendig haben werden. Auf
Größenordnungen lässt er sich vor Vorliegen der Impact Studies (Basel
III) nicht ein. Die Banker sind sich einig: Werden weiter negative
Nachrichten produziert, werde es die Branche verdammt schwer haben,
Kapital anzusprechen.
Cernko wurde nach den Skandalen um Hypo Alpe Adria und Co nach der
Sicht von außen, etwa von Mailand, gefragt. Er warnte davor, dass
Österreicher tatsächlich aufpassen müssten, aus europäischer Sicht
nicht zu Schmuddelkindern zu werden. Die Kärntner Hypo sei im übrigen
kein Opfer der Finanzkrise, die hätte andere Probleme gehabt. Aber
diese Aneinanderreihung, um nicht von Häufung zu sprechen, gebe für
einen Externen ein Bild, da könne man sich schon Sorgen machen.
Nowotny bestätigte nach seinen Eindrücken nach Gesprächen mit
Analysten und Journalisten in London, dass achtgegeben werden müsse,
"dass wir nicht ins Schmuddeleck" kommen. Dass ein verurteilter
Bilanzfälscher in den Aufsichtsrat einziehen könne, wolle er im
Ausland auch gar nicht erklären müssen, sondern schon vorher
verhindern.
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