18. Juni 2012 11:24

LIVE-Ticker 

Griechenland: So geht es jetzt weiter

Nach der Wahl: Europa atmet auf, die Krise ist aber nicht gebannt.

Griechenland: So geht es jetzt weiter
© Getty Images

Griechenland muss nach den Parlamentswahlen nun versuchen, eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Das Land hat voraussichtlich noch bis Mitte Juli Geld, um Pensionen und Löhne von Staatsbediensteten zu bezahlen. Auch das Sparprogramm für 2013 und 2014 ist noch nicht mit den Geldgebern geklärt.

Demnach wird Staatspräsident Karolos Papoulias den Chef der stärksten Partei Nea Dimokratia (Neue Demokratie/ND), Antonis Samaras, mit den Sondierungen zur Koalitionsbildung beauftragen. Die konservative Nea Dimokratia bekam bei den Wahlen am 17. Juni 29,66 Prozent und stellt künftig 129 Abgeordnete. Das Mandat gilt für drei Tage.

Scheitern diese Verhandlungen, so erhält der Chef des Bündnisses der Radikalen Linken (SYRIZA), Alexis Tsipras, ein dreitägiges Sondierungsmandat. Er hat aber bereits erklärt, er wolle in der Opposition bleiben. Die SYRIZA wurde zweitstärkste Kraft - mit 26,89 Prozent und 71 Abgeordneten. Dann wären die Sozialisten (PASOK) als drittstärkste Partei am Zug. Sie bekamen 12,28 Prozent und 33 Abgeordnete.

Im Parlament sind nach der Wahl insgesamt sieben Parteien, mit zum Teil sehr unterschiedlcihen Positionen, vertreten:

  - Nea Dimokratia (ND) ist mit 129 Abgeordneten die stärkste Kraft. Die Konservative Partei wird von Antonis Samaras geführt. Die ND hatte Griechenland 1981 unter Konstantin Karamanlis in die Europäische Gemeinschaft geführt und spricht sich für den Verbleib des Landes in der Eurozone aus. Samaras hat den Gläubigern des Landes versprochen, am Sparprogramm für Griechenland festzuhalten. Dies bestätigte er am Montag. Er wünscht sich eine "Regierung der Nationalen Rettung". Daran könnten sich alle Parteien beteiligen, die für den Verbleib in der Eurozone und die Fortsetzung des Sparkurses sind. Die ND setzt sich gleichzeitig für eine Lockerung des Sparprogramms ein.

   - Das Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) bekommt voraussichtlich 71 Sitze im Parlament. SYRIZA, ein Sammelbecken von Eurokommunisten, Linkssozialisten, Trotzkisten und Grünalternativen, ist für den Verbleib in der EU und in der Eurozone. Der Euro sei aber "kein Fetisch", so Parteichef Alexis Tsipas. Athen solle erklären, dass es seine Schulden nicht bezahlen wird. Tsipras hat angekündigt, seine Partei werde in der Opposition bleiben.

   - Die Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) bekommt 33 Abgeordnete. Die Sozialisten unter ihrem Chef Evangelos Venizelos sind dafür, in der Eurozone zu bleiben, fordern aber eine Lockerung des Sparprogramms. Venizelos will eine Regierung auf breitem Fundament.

Die Opposition:
   -  Die Unabhängigen Griechen (ANEL) haben 20 Sitze. Diese Abspaltung aus der konservativen Nea Dimokratia und ihr Chef Panos Kammenos sieht an vielen Stellen "Feinde der Nation": Die Parteiführung meint, das Land sei "besetzt" von den Geldgebern. Eine Regierungsbeteiligung der ausländerfeindlichen Partei ist unwahrscheinlich.

   - "Goldene Morgenröte" (XA) erhält 18 Sitze. Mit dieser rassistischen, ausländerfeindlichen Partei, die Migranten aus Griechenland vertreiben will, und ihrem Führer Nikolaos Mihaloliakos möchte keine andere zusammenarbeiten.

   - Die Demokratische Linke (DIMAR) unter Fotis Kouvelis mit 17 Abgeordneten setzt sich für den Verbleib in der Eurozone, aber auch für eine Revision des Sparprogramms ein.

   - Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) unter Aleka Papariga erhält zwölf Sitze. Die Hardliner-Kommunisten sind für den "Austritt Griechenlands aus der Eurozone und der EU jetzt".
 

Auf der folgenden Seite ist der Liveticker über die Reaktionen zur Griechenland-Wahl nachzulesen.


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3 Postings
zols meint am 18.06.2012 14:40:06 ANTWORTEN >
Contra Pharisaei - Persequetur eos ex Europae - Semper et ubique
Verwehrt euch den Pharisäern - Jagd sie aus Europa - Immer und überall
mäx (GAST) meint am 18.06.2012 12:47:23 ANTWORTEN >
so geht es weiter? ... wir zahlen weiter bis wir selber pleite sind. und die griechen sind dann fein raus weil die ändern sich und ihre einstellung sowieso nicht. auf wiedersehn EU
omen meint am 18.06.2012 12:40:08 ANTWORTEN >
deutschland und frankreich atmen auf . endlich bekommen die griechen weiter geld zum waffenkaufen . die milliarden werden gleich nach frankreich und deutschland überwiesen .
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