22. Jänner 2010 15:16
Das Fleisch ist nicht in die Lebensmittelkette gelangt. Das geschlachtete
Rind ist am 19.1. positiv getestet worden. Das Untersuchungsergebnis ist
durch das nationale Referenzlabor der AGES in Mödling bestätigt worden.
Durch die Informationen aus der AMA-Rinderdatenbank wurden nicht nur das
Tier und seine Herkunft, sondern auch die Nachkommen sofort identifiziert.
Das betroffene Tier ist in Österreich geboren worden. Sein Fleisch wurde
entsprechend dem Krisenplan unter behördlicher Aufsicht sofort aus dem
Verkehr gezogen und entsorgt.
Obwohl es in allen bisher in Österreich aufgetretenen BSE-Fällen keine
Übertragung der Krankheit auf die Nachkommen gab, wurden die Nachkommen des
Tieres ebenfalls unverzüglich behördlich kontrolliert. Dabei seien keinerlei
klinische Auffälligkeiten festgestellt worden.
Die Tiere würden
weiterhin durch den Amtstierarzt laufend überwacht und im Falle einer
späteren Schlachtung natürlich auch auf BSE untersucht. Es dürfte sich, wie
schon beim ersten oberösterreichischen BSE-Fall im Jahr 2006, um einen
weiteren unabhängigen Einzelfall handeln.
Bei allen in Österreich geschlachteten Rindern über 48 Monaten werde seit
Jahren verpflichtend ein BSE-Schnelltest durchgeführt. In Österreich seien
seit Dezember 2000 knapp 2 Mio. Rinder auf BSE untersucht worden,
bilanzierte das Gesundheitsministerium.
Europaweit seien im selben Zeitraum im Zuge der Schlachtung 70 Mio. Rinder
auf BSE untersucht worden. Die Anzahl der positiven BSE-Fälle sei seit der
rigorosen Entfernung und anschließenden Vernichtung des Risikomaterials,
beispielsweise des Rückenmarks sowie der Einführung des totalen
Fütterungsverbotes von Tiermehlen im Jahre 2001 deutlich zurückgegangen. Im
Jahr 2009 sind demnach europaweit 69 positive BSE-Fälle bestätigt worden.
Seit 2001 (2.167 Fälle) sei die Zahl kontinuierlich gesunken. 2008 seien nur
noch 126 Fälle registriert worden.
Gesundheitsminister Alois Stöger zeigte sich zufrieden: "Die
europaweit ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung von BSE und zur Sicherung
des Verbraucherschutzes greifen". Auch im jüngsten Fall habe die
Zusammenarbeit zwischen den Bundes- und Landesbehörden ausgezeichnet
funktioniert. "Es bestand nie ein Risiko für die Verbraucherinnen und
Verbraucher." Auch Stockinger verwies auf das dichte Sicherheitsnetz,
das lückenlos gehalten habe. "Heimisches Rindfleisch kann daher
auch in Zukunft mit ruhigem Gewissen genossen werden", stellte er fest.
Auflistung der bisherigen heimischen Fälle
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind in der Alpenrepublik
wenige derartige Erkrankungen festgestellt worden. Die APA bringt eine
Auflistung der bisherigen heimischen Fälle.
Der erste Fall von Rinderwahnsinn taucht im Dezember 2001 im
niederösterreichischen Groß Höbarthen (Bezirk Gmünd) auf. Das Tier, bei dem
BSE festgestellt wird, ist ein 70 Monate altes Fleckvieh. Die gesamte
Rinderbestand des Hofes - über 60 Tiere - muss geschlachtet werden. Kurze
Zeit später bestätigt ein Test in einem Speziallabor im englischen Weybridge
die heimischen Untersuchungsergebnisse. Die österreichische Bevölkerung ist
schockiert und verunsichert. Der Rindfleischverbrauch geht zurück.
Im Juni 2005 gibt es erneut BSE-Alarm. Betroffen ist ein Rind, das auf einem
Bergbauernhof im Kleinwalsertal in Vorarlberg gelebt hat. Das Tier war zur
Weiterverwertung tot nach Deutschland verkauft worden, wo ein routinemäßig
durchgeführter BSE-Test positiv ausfiel. Bei dem betroffenen Betrieb handelt
es sich um einen kleinen Bergbauernhof, auf dem es lediglich sechs Rinder
gab.
Nur zwei Monate später, im August 2005, wird bei einem Rind, das zur
Schlachtung nach Graz gebracht wurde, BSE festgestellt. Die fünf Jahre alte
Kuh wurde aus Slowenien importiert, der Fall zählt daher nicht als "österreichischer".
Das Tier war gemeinsam mit zehn anderen Rindern von einem slowenischen
Viehhändler nach Graz gebracht worden. Im Schlachthof werden sofort alle
Maßnahmen getroffen.
Im Oktober 2005 hat Österreich seinen dritten BSE-Fall: Bei einem im
Schlachthof Salzburg-Bergheim getöteten Rind wird die Erkrankung
festgestellt. Das befallene Tier stammt von einem Betrieb aus Seekirchen
(Flachgau). Die Kuh wurde in der Schweiz geboren und einem Flachgauer Bauern
verkauft.
Am 13. Mai 2006 wird der vierte BSE-Fall bekannt. Ein Tier von einem
Bergbauernhof im Mühlviertel wird positiv getestet. Die Kuh war 6 Jahre alt
und hieß "Moni". Der fünfte Fall wird am 7. Juni 2006 aus
Osttirol gemeldet. Betroffen ist eine 1993 geborene Kuh aus eigener
Nachzucht in einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde Nikolsdorf.
Am 25. Jänner 2007 wird bei einer Kuh in Kärnten BSE festgestellt. Das Tier
ist bereits geschlachtet und verbrannt worden.
22. Jänner 2010: Das Referenzlabor der Österreichischen Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit (Mödling/Niederösterreich) bestätigt die
Erkrankung bei einer zwölfjährigen Kuh aus einem Gründlandbetrieb in
Oberösterreich, der zweite Fall in diesem Bundesland. Das Fleisch ist nicht
in die Lebensmittelkette gelangt.
Laut Angaben des Gesundheisministeriums in Wien wurden im Jahr 2009
europaweit 69 positive BSE-Fälle bestätigt. Die Anzahl ist seit dem Jahre
2001 kontinuierlich gesunken: 2001 (2.167), 2002 (2.124), 2003 (1.376), 2004
(865), 2005 (561), 2006 (320), 2007 (175) und 2008 (126).