30. August 2012 12:10

US-Pharmakonzern 

Neue Krebsarznei ist J&J Milliarden wert

US-Konzern beteiligt sich an dänischer Firma: Genmab-Aktie sprang um über 20 Prozent.

Neue Krebsarznei ist J&J Milliarden wert
© jjpharmacyinc.com/

Der amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) greift für die Rechte an einem neuen Krebsmedikament der dänischen Biotechfirma Genmab tief in die Tasche. Mehr als 1,1 Mrd. Dollar (877 Mio. Euro) ist dem US-Konzern der Zugriff auf die in Entwicklung befindliche Substanz Daratumumab wert, wie Genmab am Donnerstag mitteilte. Die Vereinbarung sehe zudem vor, dass sich J&J mit 10,7 Prozent an der auf Antikörper-Wirkstoffe spezialisierten Biotechfirma beteilige. Die Nachricht beflügelte die Genmab-Aktie an der Börse in Kopenhagen. Sie schoss zeitweise um mehr als 21 Prozent nach oben.

Die J&J-Tochter Janssen Biotech werde künftig die weltweiten Lizenzrechte an der Substanz halten, teilte Genmab mit. Der Wirkstoff Daratumumab ist ein monoklonaler Antikörper, der unter anderem zur Bekämpfung von Knochenmarkkrebs eingesetzt werden soll. Genmab erhält zunächst umgerechnet 55 Mio. Dollar für die Lizenz. Weitere rund 80 Mio. Dollar kommen aus dem Verkauf von 5,4 Mio. neuen Genmab-Aktien an J&J im Zuge einer Privatplatzierung hinzu. Den Dänen winken außerdem bis zu eine Milliarde Dollar an erfolgsabhängigen Zahlungen, wenn die Substanz vorher festgelegte Entwicklungs-, Zulassungs- und Umsatzziele schafft.

Der US-Konzern soll für sämtliche Entwicklungskosten sowie Vertriebskosten aufkommen. Genmab hat Erfahrung im Abschluss von großen Geschäften mit internationalen Pharmakonzernen. So erregte Genmab Ende 2006 einiges Aufsehen, als der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline für bis zu 2,1 Mrd. Dollar die Rechte an dem Genmab-Antikörper Ofatumumab zur Bekämpfung von Leukämie erwarb. Viele große Arzneimittelhersteller haben derzeit Nachschubprobleme, da umsatzstarke Präparate den Patentschutz verlieren und nachfolgende Medikamente aus den eigenen Labors oftmals nicht ausreichen, um die Umsatzausfälle auszugleichen. Für Biotechfirmen, die auf Partnersuche für ihre Wirkstoffe sind, ist das Branchenumfeld daher momentan günstig.


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