08. Oktober 2012 16:10

Kraftlose Hilfe 

Start für ESM: Wir haften mit 19 Milliarden

… aber Griechen wird Euro-Rettungsschirm wenig nützen. Sie stehen vor der Pleite.

Start für ESM: Wir haften mit 19 Milliarden
© Reuters

Die Euro-Finanzminister haben heute grünes Licht für den neuen ESM gegeben. Österreich wird 2,2 Milliarden Euro in den Rettungsschirm einzahlen.

Der Gouverneursrat, dem die Euro-Finanzminister angehören, segnete den "Europäischen Währungsfonds" nun auch formal ab. Der Vorsitzende der Eurogruppe - Jean-Claude Juncker - erklärte, es handle sich um einen "historischen Meilenstein". "Die Eurozone ist nun ausgerüstet mit einer dauerhaften und effektiven Brandschutzmauer." Die Eurozone sei damit krisensicherer geworden, aber es wäre falsch zu glauben, dass damit allein alle Probleme der Währungsunion im Handumdrehen gelöst seien.

Finanzministerin Maria Fekter (V) erklärte, "wir mögen unsere Währung, den Euro. Wir werden nicht nur die Währung schützen durch die Zentralbank, sondern auch den Euroraum".

Eigentlich war die Installation des neuen permanenten Rettungsschirm schon für Juli geplant. Aber die Klage beim deutschen Verfassungsgericht in Karlsruhe verzögerte die Einführung.

Österreichs Anteil 19,5 Milliarden
Der neue ESM ist mit 700 Milliarden Euro ausgestattet. Bis 2014 müssen die Euro-Länder in fünf Raten 80 Milliarden überweisen. Österreich wird stolze 2,2 Milliarden in bar in den neuen ESM einzahlen. Noch im Oktober sind 890,6 Millionen fällig, für die Maria Fekter in den nächsten Tagen grünes Licht geben wird.

Österreichs Anteil wird gesamt bei 19,5 Mrd. liegen, davon 17,3 Mrd. als Rufkapital.

Ob die 700 Milliarden reichen werden, den Krisenländern bei der Geldbeschaffung zu helfen, ist fraglich. Schon jetzt gibt es Pläne, den ESM auf zwei Billionen Euro zu erhöhen.

Schirm wird aufgespannt – aber Griechen sind pleite
Und auch den Griechen scheint die EU trotz des neuen ESM nicht mehr helfen zu können. Am Dienstag reist Angela Merkel nach Athen, um die drohende Staatspleite abzuwenden.

Aber es sieht nicht gut aus bei den Hellenen. Seit Tagen kommt Griechen-Premier Antonis Samaras mit der Troika zu keiner Einigung über das geforderte Sparprogramm. Und auch bei Wirtschaftsdaten gibt es fast täglich eine Hiobsbotschaft:

  • 20 Milliarden fehlen den Griechen im Staatshaushalt. Das errechnete die Troika. Der Betrag ist fast das Doppelte dessen, was die Regierung zunächst eingestanden hatte.
     
  • Auch die langfristige Prognose für die Entwicklung der griechischen Staatsschulden hat sich verschlechtert. Griechenland drohe bis zum Jahr 2020 ein Anstieg der Schulden auf 140 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
     
  • Die griechische Wirtschaft steckt noch tiefer in der Rezession als bisher angenommen. Demnach schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt in den letzten zwei Jahren mehr als bekannt war. 2010 um 4,9 % (bisher minus 3,5 Prozent) und 2011 um 7,1 Prozent (bisher minus 6,9 Prozent).
     
  • Seit 2008 schrumpfte die griechische Wirtschaft um ein Fünftel. Ob Angela Merkel am Dienstag das sinkende Schiff noch retten kann?

Strache klagt fix gegen Rettungsschirm

FPÖ Heinz-Christian Strache sieht im neuen Rettungsschirm ESM eine Bedrohung. Er will klagen.

Während die Euro-­Finanzminister den neuen ESM feiern, bringt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache einen 43 Seiten umfassenden Antrag beim Verfassungsgerichtshof ein. Auch in Kärnten arbeitet die FPK gerade an einer Klage gegen den ESM. „Wir werden mithilfe unserer Freunde in der Kärntner Landesregierung eine Klage beim Verfassungsgerichtshof einbringen“, so Strache gegenüber ÖSTERREICH.

Kärnten klagt auch
Bis die Kärntner Klage ausformuliert ist, dauert es aber noch bis Ende dieses Monats. „Unsere Verfassungsabteilung arbeitet gerade daran“, so Kärntens Vize-Landeshauptmann Kurt Scheuch gegenüber ÖSTERREICH.

Der Grund für die Klage: Der ESM könnte uns im Notfall 700 Milliarden Euro an Haftungen kostet und nicht 20 Milliarden, wie dies von der Bundesregierung propagiert wurde.


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12 Postings
Kurt Pichler meint am 09.10.2012 09:55:16 ANTWORTEN >
auf nie mehr wiedersehen unsere 268 MILLIARDEN SCHILLING danke ihr Diebe
gast89 (GAST) meint am 09.10.2012 08:51:58 ANTWORTEN >
ah da sind sie alle schwarzmaler die auf die regierung schimpfen und jammern und wenn die wahl is geht keiner der suderer hin sonder verkriecht sich!
Blau-schwarz (GAST) meint am 09.10.2012 08:45:01 ANTWORTEN >
Blau-schwarz war schon schlimm genug ! Aber was sich die rot-schwarze Regierung mit uns leistet, ist schon mehr als .....
moby26 meint am 08.10.2012 22:39:55 ANTWORTEN >
Solange wir bei dieser verblödeten EU sind, wird alles nur noch schlimmer. Demokratie gibt es schon lange nicht mehr, es ist eine einzige Diktatur. Ich hoffe und wünsche mir, das wir endlich aus diesem Wahnsinn aussteigen!
Sorgen (GAST) meint am 08.10.2012 22:31:47 ANTWORTEN >
In den Besprechungszimmern der Banken sitzen die Manager und Spekulanten bereits zusammen und besprechen die erforderlichen Maßnahmen, um an das Geld des ESM heranzukommen. Wer ist der Schnellere und wer hat die ertragreichere Idee????
Otsoma meint am 08.10.2012 21:01:11 ANTWORTEN >
Was ist jetzt mit dem Super Geschäft welches diese dümmliche Person Fekter angekündigt hat? Diese saudumme Regierung kann man nicht einmal zum Krenreiben gebrauchen. Wo ist eigentlich unser Kanzler anscheinend seit Tagen auf Tauchstation. Es wird ein trauriges Ende nehmen mit dieser Regierung, die Bevölkerung wird mit sie mit Pauken und Trompeten abwählen.
Andy323 meint am 08.10.2012 21:38:01
Nein, die ist so blöd und wählt die Selben wieder.
Zillertaler333 meint am 08.10.2012 17:37:25 ANTWORTEN >
Einige Monate noch ,dann brennt denen Hornochsen der ESM der HUT,wer die dann löscht,
ist natürlich eine andere Frage.
Humanistauskärnten meint am 08.10.2012 11:44:24 ANTWORTEN >
schaun wir mal ob strache wirklich die klage einbringt - dann kann ja in kärnten gewählt werden
manu69 meint am 08.10.2012 10:49:35 ANTWORTEN >
auf den ESM brauch die herren und damen nicht stolz sein daß ist alles nur eine augenauswischerei der wird alles imer mehr aufgestockt und länder denen es jetzt noch halbwegs gut geht werden dann auch bald in den bankrott getrieben ist ja klar wo soll das viele geld denn herkommen , und der steuerzahler wird von jahr zu jahr mehr belastet mitt immer wieder neuen steuern das kann auf dauer nicht gut gehen aber anscheinend kapieren diese herren und damne das nicht.
Alter (GAST) meint am 08.10.2012 10:08:12 ANTWORTEN >
das Geld wurde uns ja schon durch den letzten "Sparkurs" von der Regierung "eingetrieben", damit sie das Geld auch sicher zusammenhaben. Es ist ja wichtiger anderen zu helfen, als uns selbst zu helfen.
Überlebenskünstler meint am 08.10.2012 01:16:53 ANTWORTEN >
"Bankrotte Banken borgen überschuldeten Staaten Geld, die damit die Banken retten", bleibt nur noch die die Frage wie lange die Menschen dieses ganze Affentheater noch hinnehmen.
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