09. Februar 2012 13:24

Telekom-Affäre 

Telekom: Umfragen für Grasser bezahlt

Neue Vorwürfe gegen Grasser: Grüne laden heute zu "Korruptions-Clubbing."

Telekom: Umfragen für Grasser bezahlt
© TZ ÖSTERREICH/Raunig

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Enthüllungen rund um den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V). Wie das Wirtschaftsmagazin "Format" im Voraus berichtet, wird der Beinahe-Vizekanzler der Republik wegen einer weiteren Facette rund um die Korruptionsfälle bei der teilstaatlichen Telekom Austria (A1) als Beschuldigter geführt. Laut "Format" soll die Telekom dem Ex-Minister während seiner Amtszeit in den Jahren 2005 und 2006 Meinungsumfragen bezahlt haben. Die letzte Umfrage wurde dem Bericht zu Folge gegen Ende der schwarz-orangen Regierung unter Wolfgang Schüssel (V) und kurz vor der Angelobung der rot-schwarzen Regierung unter Alfred Gusenbauer (S) durchgeführt.

Die Einleitung des Strafverfahrens wird demnach so begründet: "Weil der Verdacht besteht, dass die Telekom Austria AG über dessen Ersuchen in den Jahren 2005 und 2006, zuletzt mit Rechnung vom 30.11.2006, bezahlt am 28.12.2006, Meinungsumfragen der market-Marktforschungs GmbH & Co KG zu seiner Person über die Valora AG bezahlte."

In einem Polizeibericht, der "Format" nach Eigenangaben vorliegt, werden einige Punkte der Market-Umfragen für den Finanzminister samt Kostenpunkt aufgelistet:

  •  "Das Privatleben von Karl-Heinz Grasser" (Rechnungsdatum: 31. Mai 2005; Preis: 5.880 Euro)
  • "Der Mehrwert von Karl-Heinz Grasser" (21. Februar 2006; 5.520 Euro)
  • "Die Kandidatur von Karl-Heinz Grasser" (16. Mai 2006; 6.240 Euro)
  • "Karl-Heinz Grasser als Finanzminister einer großen Koalition" (30. November 2006; 5.040 Euro).

Und auch in einem anderen Punkt gibt es Bewegung im Korruptionsskandal. "Die Staatsanwaltschaft Wien fordert die Auslieferung des ÖVP-Bundesrates und Alcatel-Generaldirektors Harald Himmer. Alcatel hat unter Himmer 719.970 Euro an Mensdorff-Pouilly überwiesen. Kronzeuge Gernot Schieszler belastet Himmer schwer" so der Grüne-U-Ausschuss-Fraktionsführer Peter Pilz am Donnerstag in einer Aussendung. Sowohl Himmer als auch Mensdorff-Pouilly haben stets alle Vorwürfe zurückgewiesen, für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Pilz nimmt Bezug auf mögliche Schmiergeldzahlungen rund um die Vergabe des Behördenfunkes "Tetron". "Es gibt Hinweise, dass in diesem Zusammenhang Parteienfinanzierung der ÖVP stattgefunden hat." Pilz verlangt von der Industriellenvereinigung (IV) Offenlegung, wie viel in den letzten zehn Jahren von Alcatel und Telekom gezahlt wurde. "Ebenso  soll die ÖVP offenlegen, wie viel sie im selben Zeitraum von der IV erhalten hat", fordert Pilz.

"Korruptions-Clubbing"
Eine Stellungnahme von Grasser-Anwalt Ainedter war kurzfristig nicht zu erhalten. Passend zu den neuen Enthüllungen laden heute, Donnerstagabend, die Grünen zum zweiten "Korruptions-Clubbing" in den Wiener Volksgarten. Der Eintritt ist frei, Highlight ist ein "Grasser-Kostümwettbewerb" unter dem Motto "maximal korrupt gewinnt".

Grasser: Seine besten Sprüche
http://images01.oe24.at/PautyFTP-GrasserPk40.jpg/storySlideshow/29.702.399
Über die Hausdurchsuchungen:
"Zehn Polizisten haben um 9 Uhr an der Tür unserer Wohnung geklopft. Es war nur mein 17-jähriger Sohn ­Nicholas da, der in Unterhose und T-Shirt geöffnet hat. Während er mich anrufen wollte, stürmten die Beamten schon in die Wohnung. (…) Die Mathematik- und Chemiearbeiten meines Sohnes am Computer wurden zerstört."
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Über die Justiz:
"Gezielte Vernichtung meiner Existenz."
http://images01.oe24.at/ReutersFTP-2011_05_3_630.jpg/storySlideshow/29.702.405
Über seine Familie:
"Ich habe null Verständnis dafür, dass die Sachen meiner drei- und elfjährigen Töchter durchwühlt wurden."
http://images03.oe24.at/APAFTP-2273039474186809.jpg/storySlideshow/29.702.414
Über seinen Kampf:
"Ich lasse mir das nicht gefallen und werde wie ein Löwe für die Rechte meiner Familie kämpfen."
http://images05.oe24.at/ReutersFTP-2011_05_3_619.jpg/storySlideshow/29.702.411
Über die Politik:
"Mir ist klar, dass ich in der linken Reichshälfte persona non grata bin." Am Ende: "Wir bitten um gewogene Berichterstattung."


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11 Postings
rubikon meint am 12.02.2012 17:06:40 ANTWORTEN >
Grasser ließ sich eben auf Kosten anderer aushalten.
elmar01 meint am 10.02.2012 12:50:54 ANTWORTEN >
Wenn ein Mensch wie Grasser *zu schön, zu jung, zu gebildet u. noch dazu wohlhabend* ist, dann kann er nur unschuldig sein.........*ironiemodusaus*
c.h meint am 10.02.2012 08:34:45 ANTWORTEN >
Endlich einsperren bitte.
rubikon meint am 12.02.2012 17:07:54
@c.h.
Darauf warten alle korrekten BürgerInnen.
franzjosefs meint am 10.02.2012 08:09:19 ANTWORTEN >
Zehn Deka Unschuldsvermutung bitte. Darf`s ein bisserl mehr sein. Egal, geben sie schon her. (Dialog KHG - Vermutungsdealer)
na und ... meint am 09.02.2012 23:37:08 ANTWORTEN >
Stracherl wo bist du-warum ist DER nix für Dich...
Elsnerix meint am 09.02.2012 23:35:33 ANTWORTEN >
mein Zimmer wäre frei...
Es kommen meint am 09.02.2012 18:22:28 ANTWORTEN >
fast täglich neue Vorwürfe gegen KHG, das kann ja garnicht mehr alles in der vorgegebenen Zeit bewältigt werden und er hofft wahrscheinlich auf die Verjährung. Deshalb bedarf es hier einer Gesetzesänderung, Verjährung nach 30 Jahren.
Welches meint am 09.02.2012 17:48:22 ANTWORTEN >
Ergebnis brachte denn die Umfrage "Der Mehrwert von KHG" ? Jetzt braucht man nur mehr einen darüber befragen, seinen Anwalt.
korrupti meint am 09.02.2012 17:45:36 ANTWORTEN >
Das muss man sich vorstellen! Das ist unglaublich!! Auch die rechte Hand von Innenministerin Mikl-Leitener > Herr Kloibmüller< steckt mitten in diesem Korruptionfall. Der höchste Beamte vom Innenministerium (war öfters Jagdgast beim Grafen) steht mit Herrn Mensdorff in einem Verhältnis von "GEBEN und NEHMEN". Dieser Kerl mischt sich sogar in die Untersuchungen dieses Wirtschaftsverbrechen ein. Der eigentliche Skandal aber ist, dass die ÖVP Innenministerin Mikl-Leitner (oberste Korruptionsbehörde) Herrn Kloibmüller sogar in dieser Sache unterstützt!!! Das ist UNFASSBAR!!!! Diese Sache (VERTUSCHUNG U. DROHUNGEN BIS ZUM AMTSMISSBRAUCH) stinkt bis zum Himmel!!!
bluescreen meint am 09.02.2012 13:56:08 ANTWORTEN >
Also, wenn dem KHG die Argumente ausgehen, dann muss schon sein Sohn herhalten...sehr schwach! Die Durchsuchung war von der Staatsanwaltschaft schon rechtens in Anbetracht der vielen Verdachtsmomente. Er wollte immer im Rampenlicht stehen, da muss er es sich aber auch gefallen lassen, dass er im Rampenlicht steht, wenn es einmal nicht" so gut läuft".
Es gilt die Unschuldsvermutung!
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