06. März 2010 23:06
Nur noch 17,5 % Marktanteil für ORF 1 im Februar 2010 – trotz des
Quotenturbos Olympische Spiele, in der Jahresbilanz 2009 sogar nur noch 14,1
% vom gesamten Fernsehkuchen: Für den staatlichen ORF, der sich als
Leitmedium versteht, zu wenig.
Senderchef Alexander Wrabetz hat jetzt eine Arbeitsgruppe am Küniglberg
installiert, die sich mit der Neupositionierung von ORF 1 befassen soll.
Einzige Vorgabe des ORF-Bosses: "Nichts ist tabu!“ Kein Stein soll auf dem
anderen bleiben. Mitte bis Ende März soll Wrabetz ein erstes Strategiepapier
vorgelegt werden.
Größte Probleme für ORF 1: Im Vorabend laufen immer mehr Zuschauer davon,
und die vielen Sportübertragungen wirbeln permanent das Programm
durcheinander. "Uns geht es darum, ORF 1 zukunftssicherer zu machen und
klarer zu positionieren – und den Zuschauern Verlässlichkeit und Kontinuität
zu bieten“, heißt es dazu seitens des ORF auf Anfrage von ÖSTERREICH.
Wie ernst es Wrabetz mit dem Vorhaben ist, zeigt auch die personelle
Zusammensetzung der zehn Personen umfassenden Arbeitsgruppe: Aus allen
Bereichen des ORF wurden Spitzenkräfte ins Team geholt. Unter der Leitung
von Sandra Winkler, die als Sendungsverantwortliche von Wir sind Kaiser für
eines der wenigen Erfolgsformate der jüngsten Vergangenheit verantwortlich
zeichnet, werken unter anderem:
ORF-Programmplaner Werner Taibon, der ehemalige Geschäftsführer von ORF On
Franz Manola, Waltraud Langer, für sämtliche News-Formate auf ORF 1
verantwortlich, Franz Prenner, seit November 2009 wieder Geschäftsführer der
Werbetochter ORF-Enterprise, Martin Biedermann, Büroleiter von Wrabetz und
Programm-Entwicklerin Dodo Roscic.
Der inhaltlichen Neuausrichtung
soll dann als zweiter Schritt ein komplett überarbeiteter grafischer
Neuauftritt von
ORF 1 folgen.