10. März 2010 11:36
Die AK hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse mittlerer und großer
Unternehmen errechnet, welchen Überschuss (Differenz zwischen Wertschöpfung
und Personalaufwand) diese Unternehmen pro Mitarbeiter erwirtschaften.
Fazit: Pro Beschäftigtem blieben den Unternehmen 2008 durchschnittlich knapp
37.000 Euro, genau so viel wie 2007. Dieser Wert liegt nominell, also ohne
Inflationsbereinigung, um 53 % über dem des Jahres 2003. Anders ausgedrückt:
Die 2008 untersuchten Unternehmen verdienten an jedem Arbeitnehmer um
durchschnittlich 53 % mehr als jene 2003.
Unternehmen rechtfertigen überdurchschnittlich hohe Gewinne bei gleichzeitig
moderater Lohnentwicklung damit, dass in "guten Jahren" ein entsprechender
Polster zur Verbesserung des Eigenkapitals und der Liquidität aufgebaut
werden müsse, um sich gegen spätere Konjunkturabschwünge zu schützen.
AK-Vorwurf: Gewinne bleiben zu wenig im Unternehmen
Die Analyse der Jahresabschlüsse zeigt, dass dies in der Realität nicht oder
insgesamt unzureichend erfolgte. Denn die Unternehmen schütteten die
Überschüsse in immer höherem Ausmaß an die Eigentümer aus. Im Krisenjahr
2008 belasteten die gewährten Gewinnausschüttungen aus 2007 die
erwirtschafteten Jahresüberschüsse mit 137,3 % - ein bisheriger Rekord.
Da der erwirtschaftete Überschuss vor allem zur Befriedigung der
Kapitalinteressen der Eigentümer und nicht zur nachhaltigen Verbesserung des
Eigenkapitals und der Liquidität der Unternehmen genutzt wurde, sind
Forderungen nach weiterer Lohnzurückhaltung und Arbeitszeitflexibilisierung
- also einer Reduktion der Überstundenzuschläge - völlig unangebracht,
befindet die AK.
Gerade die Kurzarbeit zeige, dass Arbeitszeitverkürzung ein wirksames Mittel
zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur besseren Aufteilung der Arbeit
darstellt. In Betrieben mit guter Auftragslage sollten aus sich der AK
Überstunden reduziert und dadurch zusätzlichen Menschen Arbeit geboten
werden.
Eingeschränkt wissen möchte die AK hingegen die steuerschonende
Gruppenbesteuerung bei Konzernen, darüber hinaus sei eine Krisensteuer auf
erhöhte Gewinnausschüttungen sinnvoll.