12. April 2010 10:45
Das bilaterale Kreditprogramm soll über 3 Jahre laufen, über einen
allfälligen Bedarf im 2. oder 3. Jahr soll später entscheiden werden. Das
Programm soll gemeinsam mit dem IWF aufgelegt werden, der zu den bis zu 30
Mrd. Euro aus Europa noch bis zu 15 Mrd. Euro beisteuern soll.
Was die Quoten betrifft, ist zu berücksichtigen, dass diese nicht nach dem
Anteil an allen 27 EU-Staaten berechnet werden, sondern nur auf die 15
Euro-Staaten ohne Griechenland herunter gebrochen werden. Demnach hat
Deutschland mit 27,92 % oder eben 8,376 Mrd. Euro den stärksten Brocken zu
tragen, Österreich käme auf 2,86 % oder 858 Mio. Euro.
Die Euro-Finanzminister betonen, dass es sich bei der Griechenland-Hilfe
nicht um Geldgeschenke an Athen handle. Die Staaten selbst bezahlten nichts,
würden aber Kredite laut dem vorgegebenen Anteil vergeben und dafür Zinsen
und Haftungsentgelte erhalten. Neben dem Geld seitens der Euro-Zone sollen
auch IWF-Darlehen tragend werden, wobei die genaue Höhe noch nicht
feststeht.
Experten rechnen mit zusätzlich 15 Mrd. durch den Internationalen
Währungsfonds. Die Zinsen für Kredite der Euro-Länder liegen mit rund fünf
Prozent etwas über denen der IWF-Darlehen. Schlagend werden die Gelder erst,
nachdem Griechenland ein Hilfsansuchen stellt, wobei die Finanzminister der
Euro-Zone dann einstimmig die Auszahlung beschließen müssten.
Freitag und Samstag dieser Woche tagt der EU-Finanzministerrat in Madrid. Es
wird aber nicht damit gerechnet, dass bereits bis dahin Athen eine Hilfe
beansprucht. Laut Beschluss des EU-Gipfels vom März greift der Plan erst,
wenn sich Griechenland nicht mehr ausreichend am Kapitalmarkt finanzieren
kann. Mit dem Sonntagsbeschluss für einen konkreten Rettungsplan könnte aber
zumindest Zeit gewonnen werden, da die Finanzminister hoffen, ein "klares
Signal" an die Märkte gegeben zu haben, um auch Spekulationen
entgegenzutreten.
Erfreut zeigte sich der ständige EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy. Die
Vereinbarung zeige, dass der Mechanismus für die Griechenland-Hilfe voll
einsatzfähig sei und würde entscheidend dazu beitagen, die finanzielle
Stabilität sowohl Griechenlands als auch der gesamten Euro-Zone zu
gewährleisten. Die Finanzminister der Euro-Zone würden - falls notwendig -
über die Aktivierung der Finanzhilfe entscheiden, sofern Athen diese
beantrage.
Nachfolgend die Aufteilung der Kreditsummen für die
Länder der Euro-Zone:
|
|
Prozentanteil
|
Summe in Mrd. Euro
|
|
Deutschland
|
27,92
|
8,376
|
|
Frankreich
|
20,97
|
6,291
|
|
Italien
|
18,42
|
5,526
|
|
Spanien
|
12,24
|
3,672
|
|
Niederlande
|
5,88
|
1,764
|
|
Belgien
|
3,58
|
1,074
|
|
ÖSTERREICH
|
2,86
|
0,858
|
|
Portugal
|
2,58
|
0,774
|
|
Finnland
|
1,85
|
0,555
|
|
Irland
|
1,64
|
0,492
|
|
Slowakei
|
1,02
|
0,306
|
|
Slowenien
|
0,48
|
0,144
|
|
Luxemburg
|
0,26
|
0,078
|
|
Zypern
|
0,20
|
0,060
|
|
Malta
|
0,09
|
0,027
|