21. Jänner 2010 12:19
Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) will sich durch die
Einrichtung einer gigantischen "Bad Bank" von Altlasten befreien.
Auf die Abwicklungsanstalt sollen Vermögenswerte von bis zu 210 Mrd. Euro
übertragen werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Der
Antrag sei bereits gestellt worden.
"Die Errichtung einer Abwicklungsanstalt ist ein wichtiger Schritt für
die Neuausrichtung des Konzerns", sagte Vorstandschef Axel Wieandt.
Durch die Übertragung solle auch der weitere Kapitalbedarf des Unternehmens
sinken.
Eine "Bad Bank" ("Schlechte Bank") ist ein Institut, das
Risikopapiere übernimmt, die stark an Wert verloren haben und nicht mehr
handelbar sind. Auch die angeschlagene WestLB will eine "Bad Bank"
nutzen, um "faule Papiere" auszugliedern. Dort liegt das Volumen
aber nur bei 85 Mrd. Euro und damit deutlich unter dem der HRE.
Die Hypo Real Estate, die inzwischen als Deutsche Pfandbriefbank am Markt
auftritt, war nach Nothilfen von mehr als 100 Mrd. Euro im vergangenen Jahr
verstaatlicht worden. Um die Sanierung des Unternehmens voranzubringen,
denkt das Unternehmen bereits seit längerem über eine "Bad
Bank" nach, erst kürzlich war wieder über entsprechende Pläne
spekuliert worden. Die Summe von bis zu 210 Mrd. Euro fällt aber noch größer
aus als bisher angenommen. Wieandt erklärte, durch die Ausgliederung werde
sich die Bilanzsumme des Unternehmens deutlich verringern. Ziel sei es, die
Deutsche Pfandbriefbank als strategische Kernbank zu stärken.
Auf die Abwicklungsanstalt will die HRE nach eigenen Angaben die Bereiche
übertragen, die nicht für die Geschäftsstrategie notwendig sind. Dies
könnten vor allem Portfolios mit Papieren zur Staats- und
Immobilienfinanzierung der Tochter Depfa Bank plc und der Deutschen
Pfandbriefbank sein.