18. März 2010 10:58
Beide Unternehmen zusammen hatten 2009 einen Umsatz von 16,2 Mrd. Dollar
(11,8 Mrd. Euro). Mit der Übernahme wird Teva die Nummer eins am
europäischen Generikamarkt und Nummer zwei in Deutschland. Das Unternehmen
wird weltweit rund 40.000 Menschen beschäftigen.
Die Deutschland-Zentrale von Teva soll nach der Übernahme in Ulm sein. Nach
früheren Aussagen von Teva-Chef Shlomo Yanai und Europa-Chef Gerard van
Odijk soll Ulm zur "Drehscheibe des Europageschäfts" werden.
Teva erwartet durch die Übernahme in den nächsten drei Jahren
Synergieeffekte von mindestens 300 Mio. Euro. Finanziert werde der Kauf
unter anderem über Kreditlinien.
Teva-Chef Yanai sagte: "Diese Transaktion fügt sich perfekt in unsere
langfristige Strategie ein, in der Europa eine wichtige Säule und ein
entscheidender Wachstumstreiber ist."
Ratiopharm biete dem Unternehmen eine ideale Plattform zum Ausbau der
Führungsposition auf den europäischen Schlüsselmärkten - allen voran
Deutschland, aber auch auf den Wachstumsmärkten Spanien, Italien und
Frankreich. In Europa erzielte Teva 2009 Erlöse in Höhe von 3,3 Mrd. Dollar,
weltweit waren es 13,9 Mrd. Dollar. Mit Ratiopharm zusammen liegt der Umsatz
in Europa bei 5,2 Mrd. Dollar. Ratiopharm verbuchte 2009 weltweit einen
Umsatz von 1,6 Mrd. Euro.
Den Bieterkampf verloren hat damit der isländische Konzern Actavis. Zudem
ging der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer leer aus. Die finanziell
angeschlagene Merckle-Gruppe, zu der Ratiopharm gehört, will mit dem Verkauf
ihre Schulden tilgen. Sie war durch die Wirtschaftskrise und Spekulationen
mit VW-Aktien in Schieflage geraten.
Die jüngsten Übernahmen in der Generikabranche
2005 - Der Schweizer Pharmariese Novartis kauft für rund 8 Mrd.
Dollar die deutsche Hexal sowie das US-Unternehmen Eon Labs. Damit
verdrängt Novartis mit seiner Generikatochter Sandoz zeitweise den
israelischen Generikahersteller Teva Pharmaceutical von der
Spitzenposition in der Branche.
2005 - Teva kontert und übernimmt den US-Wettbewerber Ivax für
rund 7,4 Mrd. Dollar. Damit werden die Israelis wieder die Nummer eins
unter den Generika-Herstellern vor Sandoz.
2006 - Der indische Generikahersteller Dr. Reddy's erwirbt für
rund 480 Mio. Euro die Augsburger Generikafirma Betapharm. Mit dem
Kauf setzt sich Dr. Reddy's gegen den indischen Rivalen Ranbaxy durch,
der ebenfalls an Betapharm interessiert war.
2006 - Deutschlands drittgrößter Generikaproduzent Stada
übernimmt die serbische Firma Hemofarm für mehr als 490 Mio. Euro.
Hemofarm ist nach eigenen Angaben Marktführer in Serbien und
Montenegro.
2006 - Der US-Konzern Barr Pharmaceuticals übernimmt nach einem
monatelangen Übernahmekampf gegen den isländischen Wettbewerber
Actavis für rund 2,4 Mrd. Dollar die Mehrheit am größten
osteuropäischen Generikahersteller Pliva aus Kroatien. Damit steigt
Barr in die weltweite Spitzengruppe unter den Generikaherstellern auf.
2006 - Der US-Generikahersteller Watson Pharmaceuticals kauft
für rund 1,9 Mrd. Dollar den heimischen Wettbewerber Andrx und wird
damit in den USA die Nummer 3 in der Branche.
2007 - Der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck
verkauft sein Geschäft mit Nachahmermedikamenten für rund 4,9 Mrd.
Euro an den US-Pharmakonzern Mylan.
2008 - Der Branchenführer Teva übernimmt für 7,5 Mrd. Dollar
den US-Rivalen Barr Pharmaceutical. Mit dem Schritt baut der
Branchenprimus sein Geschäft in den USA und Europa aus und untermauert
seine weltweite Führungsposition.
2008 - Japans drittgrößter Pharmakonzern Daiichi Sankyo kauft
für umgerechnet rund 3,3 Mrd. Euro die Mehrheit am führenden indischen
Generikahersteller Ranbaxy.
2009 - Der französische Pharmariese Sanofi-Aventis übernimmt
für umgerechnet rund 1,51 Mrd. Euro das tschechische
Generikaunternehmen Zentiva.
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