08. März 2010 13:06
Darüber, wie der Konsolidierungsbedarf im Detail erfüllt werden soll, wird
bis zum Herbst noch verhandelt. In Regierungskreisen heißt es dazu, dass
grundsätzlich vereinbart wurde, die Kürzungen in bestimmten Bereichen
geringer ausfallen zu lassen (etwa Forschung, Bildung, Arbeitsmarkt und
Inneres).
Über das Verhältnis von Sparmaßnahmen und Zusatzeinnahmen gibt es noch
unterschiedliche Angaben, zumal auch die Länder einen Konsolidierungsbeitrag
leisten sollen und - entsprechend den im Finanzausgleich vereinbarten Regeln
- auch einen Teil der Zusatzeinnahmen bekommen würden.
Ob ein Regierungsbeschluss beim Ministerrat am Dienstag wirklich möglich
sein wird, hängt nun von den Gesprächen mit den Ressortchefs ab. Der
zeitliche Fahrplan ist jedenfalls knapp, denn für 17 Uhr ist ein Treffen der
Regierungsspitze mit Bankenvertretern im Kanzleramt angesetzt, an dem auch
Finanzminister Pröll teilnehmen wird. Schon zuvor treffen sich die
Regierungsteams von SPÖ und ÖVP noch zur wöchentlichen
Ministerrats-Vorbesprechung. Die Budgetverhandlungen dürften daher am späten
Abend fortgesetzt werden.
Pauschale Ausgabenkürzung für alle Ressorts vom Tisch
Auszuschließen ist jedenfalls, dass - wie medial kolportiert - eine
zehnprozentige Ausgabenkürzung für jedes Ressort verordnet werden könnte.
Das würde bei Ausgaben von 70 Mrd. Euro nämlich ein Minus von 7 Mrd. Euro
bedeuten, was wiederum tiefgreifende gesetzliche Einschnitte voraussetzen
würde.
Neuerlich gekürzt werden könnten aber die "Ermessensausgaben" (also die
gesetzlich nicht gebundenen Ausgaben der Ministerien. Hier belaufen sich die
kurzfristig steuerbaren Mittel dem Vernehmen nach auf rund 7 Mrd. Euro -
eine lineare Kürzung um 10 % würde also theoretisch etwa 700 Mio. Euro
bringen.