16. März 2010 10:55
© TZ Oesterreich Lisi Niesner
Ein Sanierungspaket im Volumen von 20 Mio. Euro, das mit Gläubigerbanken
(UniCredit, Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank, Sparkasse Oberösterreich)
ausverhandelt wurde, sei nun unter Dach und Fach. "Die Soravia-Gruppe ist
mittelfristig ausfinanziert und steht jetzt gut da", heißt es informierten
Kreisen zufolge.
Die Banken gewährten den Angaben zufolge unter anderem Zins- und
Ratenstundungen bei Projekten und änderten die Kreditlinien. Im Zuge des
Restrukturierungsprogramms sollen die Soravias auch ihren Anteil am
Dorotheum zum Teil verpfändet haben. Nach wie vor zum Verkauf steht ihr noch
verbliebener 25-Prozent-Anteil am Hotel Hilton am Stadtpark an den
Haupteigentümer, die RZB. Die Soravias könnten diese Option aber jederzeit
ziehen.
CEE-Krise macht Soravia zu schaffen
Der Absturz der osteuropäischen Immobilienmärkte, wo die meisten
Soravia-Bauprojekte stehen, hatte das Unternehmen in Turbulenzen gebracht.
Der Verkauf von Einkaufszentren oder Bürohäusern ist so gut wie unmöglich,
bei Entwicklungsprojekten fallen ausschließlich Zinsen an, denen aber keine
Einnahmen gegenüberstehen. Als problematisch gilt der hohe Anteil an
Fremdfinanzierungen bei der Gruppe.
In Bukarest wurde Ende des Vorjahres das Metropolis Center fertig, ein
gemischt genutztes Objekt mit Büros, Einzelhandel, Hotel und Tiefgarage. Der
Wert dieser Immobilien soll bei über 60 Mio. Euro liegen, allerdings seien
37 Mio. Euro fremdfinanziert. Bisher gibt es keinen Käufer. "Niemand will
derzeit ein Gebäude zu einem Toppreis in Bukarest kaufen", sagen
Branchenkenner.
Abverkauf seit Monaten
Damit Geld in die Kassen kommt, wurde bereits vor Monaten mit dem Abverkauf
von Beteiligungen begonnen: Den 44-Prozent-Anteil der Bürostadt TownTown in
Erdberg wurde Mitte 2009 verkauft. Nun versuchen die Soravias, auch ihren
44-prozentigen Anteil an der dortigen Garage um rund 10 Mio. Euro los zu
werden.
Das gelang bisher nicht, weil die Mitgesellschafter nicht kaufen wollen und
einem Verkauf an Dritte nicht zustimmen. Anfang 2009 mussten die Soravias
ihre Kinderstadt Minopolis abgeben, weil mit der Erlebniswelt an der Wiener
Reichsbrücke angeblich 11 Mio. Euro in den Sand gesetzt wurden, so "Der
Standard". Ende November wurde die bulgarische Mineralwasserfirma Devin
verkauft.