07. November 2013 00:01
Schattenfinanzindex
Steuer-Oasen: Österreich auf Rang 18
Finanzplatz Österreich bei Geldwäschern und Steuerhinterziehern beliebt.
Steuer-Oasen: Österreich auf Rang 18
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Intransparente Finanzmärkte lauern nicht nur in der Karibik. Gleich 13 der 21 verschwiegensten Finanzzentren der Welt sind OECD-Mitglieder, heißt es im dritten Schattenfinanzindex, der vom Netzwerk Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network/TJN) veröffentlicht wurde. Die Liste wird von der Schweiz angeführt, gefolgt von Luxemburg. Österreich liegt auf Rang 18 - noch vor Großbritannien, Barbados, den Bahamas oder Liechtenstein. Würde man alle verbundenen Gebiete zusammenrechnen, wäre Großbritannien unangefochtener Spitzenreiter.

Auch wenn sich G-20, EU und OECD um Verbesserungen bemühen, gehen den Staaten jährlich "Hunderte Milliarden Dollar" an Steuereinnahmen durch Schattenfinanzplätze verloren“, erklärte Markus Meinzer vom Tax Justice Network, das den Index erstellt - für Österreich unter Zusammenarbeit mit Attac und VIDC. David Walch von Attac Österreich forderte weiter öffentlichen Druck, denn nur so könne es Verbesserungen geben: "Keine Gruppe ist reicher und einflussreicher als die Profiteure und Beschützer dieses Systems. Jede Regulierung ist daher gleichzeitig ein Test für unsere Demokratien.“

Österreich auf Rang 18 halte am Bankgeheimnis fest und verweigere den automatischen Informationsaustausch über Konten innerhalb der EU. Damit behindere die österreichische Regierung weiterhin das Verfolgen von aus‐ und inländischen Steuerbetrügern und blockiere in Zusammenarbeit mit der Schweiz und Luxemburg Fortschritte im Kampf gegen Steuerbetrug, kritisieren Walch und Martina Neuwirth von VIDC (Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit).

Der Schattenfinanzindex (Financial Secrecy Index, FSI) erfasst einerseits mit 15 Indikatoren die Geheimhaltungstendenz eines Landes, andererseits den Anteil des Gebietes/Landes am globalen Markt für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen. Zweiteres soll sichtbar machen, wie groß der potenzielle Schaden ist, der durch Regulierungslücken oder Geheimhaltungspraktiken entsteht.