13. Juli 2017 08:32
Stetiger Rückgang
Wien verliert immer mehr Würstelstände
Von 790 Würstelständen im Jahr 2010 gibt es nun nur noch 274.
Wien verliert immer mehr Würstelstände
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Die Zahl der Würstel- und Kebabstände in Wien ist rückläufig: Immer mehr Anbieter wechseln in eine Gewerbeform, die mit weniger Auflagen verbunden ist. So gibt es auf dem Papier von 790 Würstelständen im Jahr 2010 heute nur noch 274.

Konkurrenz durch Lieferdienste?

Laut dem aktuellen "Branchenradar" machen boomende Essenslieferdienste wie Mjam, Lieferservice.at und Foodora den Würstel- und Kebabständen in Österreich immer mehr Konkurrenz. Auch die Einführung der Registrierkassenpflicht ließ offenbar die Zahl der Schnellimbisse sinken. Die Erlöse der Fast-Food-Branche sanken 2016 gegenüber dem Jahr davor um 0,8 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro.

Willy Turecek, der stellvertretende Fachgruppenobmann der Wiener Wirtschaftskammer, glaubt jedoch nicht daran, dass Lieferdienste den Würstelständen Konkurrenz machen, da diese ein anderes Klientel ansprechen. Für ihn ist der Rückgang laut orf.at folgendermaßen zu erklären: "Die Konsumenten wollen immer verschiedene Sachen essen." Der klassische Würstelstand müsse sich also wandeln. "Die Mehrheit wird zurückgehen, die sich in ihrem Angebot nicht ein bisschen umstellen. [...] Leider Gottes ist es so, dass die Klienten immer heikler werden." Mehr Auswahl habe der Konsument bei Ständen, die Kebab, Asia-Nudeln und Pizza anbieten.

Starker Erlösrückgang

Die Umsätze der Schnellimbisse zu Endverbraucherpreisen sanken damit erstmals seit Beginn der Branchenradar-Erhebung im Jahr 2007. Die Erlöse gingen zurück, obwohl die Fast-Food-Betriebe 2016 die Preise im Durchschnitt um mehr als drei Prozent angehoben haben, schreiben die Branchenexperten von Kreutzer Fischer & Partner. Vom Umsatzrückgang waren allerdings nur Würstelstände und traditionelle Imbisse mit einem Erlösrückgang von 5,2 Prozent und Ethno-Imbisse wie Kebab- oder Asiastände mit minus 8,1 Prozent betroffen.

Die Systemgastronomie - unter anderem McDonald's, Merkur Marktküche, Interspar Restaurants, Burger King - schaffte laut dem Branchenbericht ein Umsatzplus von 1,2 Prozent.