22. Jänner 2010 21:06
Der österreichische Sportwettenanbieter bwin steht vor einem Megadeal.
Bereits in den nächsten Wochen könnte eine Fusion mit der britischen
PartyGaming fixiert werden. Derzeit wird mit Hochdruck verhandelt, so
Branchen-Insider. Und es sieht sehr gut aus, heißt es.
Offiziell übt sich das Unternehmen noch in Zurückhaltung. Aufsichtsratschef
Hannes Androsch – er ist mit neun Prozent auch größter Einzelaktionär –
sagte dem Format: „Es stimmt, dass Gespräche stattfinden, aber wir wissen
noch nicht, ob sie zu einem Ende führen.“ Eine Unternehmenssprecherin
erklärt: Mit PartyGaming liefen zwar Gespräche, man sei aber „nicht in
fortgeschrittener Verhandlungsphase“.
Der Wert des gemeinsamen Unternehmens würde sich jedenfalls auf rund 2,5
Mrd. Euro belaufen. Eine Fusion – beide Konzerne sind in der internationalen
Glücksspiel-Industrie mit Nettoerträgen von um die 350 Mio. Euro führend –
wird vermutlich auf Basis eines Aktientausches stattfinden.
Dass PartyGaming bwin einfach übernimmt, wird von Insidern als
unwahrscheinlich erachtet. Im Gegenteil: Sollte die Fusion klappen, könnte
bwin im gemeinsamen Vorstand sogar die personelle Mehrheit haben. Denn bwin
ist aktuell geringfügig größer als PartyGaming und an der Börse gut bewertet
– der Kurs hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt.
Der Deal könnte aber für den Standort Wien schlimme Konsequenzen haben. Denn
bwin fühlt sich in Österreich nicht gut behandelt und eine Änderung des
Glücksspielgesetzes ist weiter nicht in Sicht. Derzeit ist Wien die
bwin-Zentrale, nach einer Fusion könnte bwin den Führungsstab aber rasch
nach London verlegen. In Österreich sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt.
Rund 500 bis 600 sind IT-Spezialisten. Dieser Bereich könnte langfristig
ebenfalls verlegt werden, heißt es.