USA setzen VW mit Milliarden-Klage unter Druck

Aktie gibt nach

© Reuters

USA setzen VW mit Milliarden-Klage unter Druck

Die Vorzugsaktien von Volkswagen haben am Dienstag nach der Einreichung einer Klage im Abgasskandal durch die US-Regierung vorbörslich beim Broker Lang & Schwarz (L&S) um 0,91 Prozent nachgegeben. Nachdem die Nachrichtenlage rund um VW im Dezember eher positiv gewesen sei, erinnere der Schritt der US-Regierung die Anleger an die ungelösten Probleme, schrieb Goldman Sachs in einer Kurzanalyse.

Die US-Regierung hat nach Angaben vom Montag im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen eingereicht. Dem Konzern werden der Einsatz von Betrugssoftware und Verstöße gegen das Luftreinhaltegesetz "Clean Air Act" vorgeworfen. VW droht eine Strafzahlung in Milliardenhöhe. Der Konzern hatte den Einsatz einer "Defeat Device" genannten Manipulationssoftware zum Austricksen von Emissionstests bereits im September eingeräumt und war daraufhin in seine bisher tiefste Krise gestürzt.

Die in Detroit (US-Staat Michigan) eingereichte Klage richte sich neben VW auch gegen die ebenfalls vom Skandal betroffenen Konzerntöchter Audi und Porsche, heißt es in der Mitteilung des US-Justizministeriums.

Die Hersteller hätten in fast 600.000 Dieselfahrzeugen eine illegale Software ("Defeat Device") eingesetzt, um bei Emissionstests zu betrügen. VW habe den US-Umweltbehörden EPA und CARB den Einbau der verbotenen Programme bei der Zulassung der Autos verschwiegen und damit gegen US-Gesetze verstoßen.

Das Ministerium kündigte an, alle geeigneten Rechtsmittel auszuschöpfen. Bei der Klage handle es sich nur um einen ersten Schritt, erklärte die zuständige Bundesanwältin Barbara McQuade. Das könnte bedeuten, dass auf VW auch noch strafrechtliche Konsequenzen zukommen. Zudem laufen in den USA auch noch mehr als 500 Zivilklagen von Privatpersonen gegen VW, in denen es hauptsächlich um Betrug und Vertragsbruch geht. Darüber hinaus ermitteln etliche Bundesstaaten und US-Bezirke.

"Wir unternehmen einen wichtigen Schritt, um die öffentliche Gesundheit zu schützen, indem wir versuchen, Volkswagen für jegliche widerrechtliche Luftverschmutzung zur Rechnung zu ziehen", sagte Cynthia Giles von der Umweltbehörde EPA, in deren Auftrag die Klage eingereicht wurde. In der 31-seitigen Klageschrift ist von Strafen zwischen 32.500 und 37.500 Dollar pro betroffenem Fahrzeug die Rede. Damit könnten sich insgesamt Bußgelder über 18 Mrd. Dollar (16,5 Mrd. Euro) ergeben. Bei der Summe handelt es sich jedoch um ein theoretisches Höchstmaß.

Besonders brisant für VW: In der Klageschrift heißt es, der Konzern habe die Ermittlungen durch irreführende Angaben und das Vorenthalten von Material behindert. Die Wolfsburger hatten immer wieder betont, vollumfänglich mit den US-Behörden zu kooperieren. Am 18. September hatten EPA und CARB ihre Vorwürfe öffentlich gemacht. Zunächst war es nur um Manipulationen von kleineren 2,0-Liter-Dieselmotoren gegangen. Später wurde bekannt, dass auch in größeren, von Audi entwickelten 3,0-Litermotoren Software installiert wurde, die unter US-Recht verboten ist, und den Behörden nicht ordnungsgemäß offengelegt wurde.

Diesen Artikel teilen:

Postings (0)

Postings ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Top Gelesen 1 / 7
Kloiber: "ATV war mein größter Fehler"
Will Sender verkaufen Kloiber: "ATV war mein größter Fehler"
Mit dem Sender habe er Verluste in zweistelliger Millionenhöhe angehäuft. 1
Amazon verkauft jetzt Bestellknöpfe
"Dash" Amazon verkauft jetzt Bestellknöpfe
Der neue Dienst erlaubt künftig einen Einkauf per Knopfdruck. 2
Fix: "WirtschaftsBlatt" mit 2. September eingestellt
Angebote eingehend geprüft Fix: "WirtschaftsBlatt" mit 2. September eingestellt
Styria Media Group: Verhandlungen brachten kein positives Ergebnis. 3
Amazon-Bestellknöpfe jetzt auch bei uns
"Dash"-Buttons Amazon-Bestellknöpfe jetzt auch bei uns
Dienst erlaubt Einkauf auf Knopfdruck - in den USA ist er bereits etabliert. 4
Börse Tokio schließt mit deutlichem Plus
Nikkei 225 Börse Tokio schließt mit deutlichem Plus
Industrieproduktion schwächer als erwartet - Schwacher Yen sorgt für Auftrieb. 5
Wiener Börse startet leichter
ATX Wiener Börse startet leichter
Verhaltenes Umfeld vor US-Arbeitsmarktdaten. 6
Europas Leitbörsen im Frühhandel uneinheitlich
Euro Stoxx 50 Europas Leitbörsen im Frühhandel uneinheitlich
Zurückhaltung vor US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. 7
Die neuesten Videos 1 / 10
Großfamilie zweimal illegal eingewandert - darf bleiben
Zuerst abgeschoben Großfamilie zweimal illegal eingewandert - darf bleiben
Ein Zusammenbruch der Mehrfach-Mutter ermöglicht den legalen Aufenthalt.
Sex-Opa wird verhaftet
Pervers Sex-Opa wird verhaftet
Polizisten nahmen den Perversen schließlich fest und schützen ihn vor der "Lynchjustiz".
Die Zukunft der Elektronik
Elektronikmesse IFA Die Zukunft der Elektronik
Auch Augmented und Virtual Reality werden in diesem Jahr wieder großes Thema sein.
Frankfurter Flughafen zeitweise evakuiert
Deutschland Frankfurter Flughafen zeitweise evakuiert
Einer Frau war es gelungen, unkontrolliert in den Sicherheitsbereich gelangen. Eine Gefahr bestand nach Angaben der Polizei aber nicht.
Bürger klagen gegen CETA
Deutschland Bürger klagen gegen CETA
Das Freihandelsabkommen verstoße gegen das Grundgesetz, so die Begründung.
Die größte Sorge der Österreicher
Sorgen der Österreicher Die größte Sorge der Österreicher
Zuwanderung ist für die Österreicher die größte Herausforderung. Das hat eine internationale Studie von GfK ergeben.
Whatsapp schmeißt alte Betriebssysteme raus
Altes weicht Neuem Whatsapp schmeißt alte Betriebssysteme raus
Erstmals wird auch ein iPhone nicht Whatsapp tauglich sein.
Vereinbarte Waffenruhe
Türkei-Syrien Vereinbarte Waffenruhe
Die Türkei war von Norden her in das Bürgerkriegsland Syrien eingerückt, um dort den IS zu bekämpfen und gleichzeitig zu verhindern, dass Kurdengruppen die Kontrolle über die Region erhalten.

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.