Europa ohne klare Richtung

Zu Handelsschluss

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Europa ohne klare Richtung

Die europäischen Leitbörsen schlossen am Montag nach einem bewegten Handelstag ohne klare Richtung. Der Euro-Stoxx-50 schwächte sich um 6,20 Einheiten oder 0,29 Prozent auf 2.137,70 Zähler. Nachdem vor allem im Frühhandel das angekündigte Ansuchen Spaniens nach EU-Hilfsmittel für dessen maroden Bankensektor stützte, schmolzen die Gewinne im Verlauf wieder dahin.

Dies lag unter anderem daran, dass am frühen Nachmittag verlautbart wurde, Zypern werde vielleicht noch im Juni ebenso Hilfsgelder aus Euro-Rettungsschirmen beantragen. "Das Thema ist dringend. Wir wissen, dass die Rekapitalisierung der (zypriotischen) Banken bis zum 30. Juni abgeschlossen sein muss", sagte der zypriotische Finanzminister Vassos Shiarly. Ebenso besteht nach wie vor Uneinigkeit unter Europas Regierungen, ob die Hilfsgelder für Spanien aus dem kurzfristigen Rettungsschirm EFSF oder aus dem permanenten Stabilitätspakt ESM finanziert werden sollen.

Nachdem die Bankbranche im entsprechenden Subindex im Euro-Stoxx-600 bis Mittag voran lag - teils mit knapp fünf Prozent Aufschlag - ging sie, belastet von den Verlaufsnachrichten, mit minus 2,02 Prozent als schwächster Sektor aus dem Handel. Voran lag hingegen die Chemiebranche, die sich um 0,60 Prozent erhöhte.

Auch unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 zeigte sich ein ähnliches Bild, die spanische Großbank BBVA verlor ihre zwischenzeitlichen Gewinne von über sechs Prozent zur Gänze und ging unverändert bei 5,15 Euro aus dem Handel. Hingegen konnte die Aktie des französischen Baustoffkonzerns Saint-Gobain mit plus 2,45 Prozent auf 26,93 Euro den Handel als stärkster Einzelwert beenden.

Ans untere Indexende rutschten die italienischen Einzelwerte, darunter allen voran die Geldhäuser UniCredit (minus 8,81 Prozent auf 2,48 Euro) und Intesa SanPaolo (minus 5,92 Prozent auf 1,03 Euro). Ebenfalls verbilligt gingen Telecom Italia (minus 4,51 Prozent auf 0,7 Euro) aus dem Handel, im Mailänder Leitindex FT-SE MIB (minus 2,8 Prozent) setzte es zudem für zahlreiche andere italienische Banken herbe Verluste.

Weitaus besser verlief der Start in die Handelswoche für die Aktie des deutschen Autoherstellers VW, sie gewann bis zum Börsenschluss 1,31 Prozent auf 123,45 Euro. Dabei profitierte der Wolfsburger Konzern von der Chance auf eine steuerfreie Übernahme des operativen Geschäfts von Branchenvetter Porsche. Weiters haben die Wolfsburger, ebenso wie der italienische Konkurrent Fiat, ein Auge auf den amerikanischen Lkw-Bauer Navistar geworfen.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            1.901,08      -  0,05       -0,00
 Frankfurt      DAX            6.141,05      + 10,23       +0,17
 London         FT-SE-100      5.432,37      -  2,70       -0,05
 Paris          CAC-40         3.042,76      -  8,93       -0,29
 Zürich         SPI            5.473,79      +  2,76       +0,05
 Mailand        FTSE MIB      13.070,75      -374,71       -2,79
 Madrid         IBEX-35        6.516,40      - 35,60       -0,54
 Amsterdam      AEX              291,39      -  0,34       -0,12
 Brüssel        BEL-20         2.097,91      -  1,93       -0,09
 Stockholm      SX Gesamt        982,29      +  6,53       +0,67
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.137,70      -  6,20       -0,29
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