04. April 2012 18:21

Fed-Protokoll belastet 

Europas Börsen verlieren deutlich

Schwacher EU-Einkaufsmanagerindex schürt Rezessionsängste.

Europas Börsen verlieren deutlich
© APA/EPA

Die europäischen Leitbörsen haben am Mittwoch mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 büßte 60,52 Einheiten oder 2,46 Prozent auf 2.398,46 Zähler ein. Nach einem schwächeren Start bauten die Börsen ihr Minus im Tagesverlauf sukzessive aus. Für schlechte Stimmung sorgten schwache Daten aus Europa sowie das am Vorabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed.

   Laut dem Protokoll will die Notenbank vorerst von weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen Abstand nehmen. Die Hoffnung der Märkte auf ein neues Anleihenkaufprogramm wurde damit enttäuscht.

   Negativ wurden auch die am Vormittag gemeldeten Einkaufsmanager-Indizes für die Eurozone aufgenommen. Nach der Industrie meldeten nun auch die Dienstleister im März schrumpfende Geschäfte. Der vom Markit-Institut veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor stieg zwar um 0,4 auf 49,2 Punkte, das Barometer verharrte damit aber unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Die Ängste vor einer Rezession sind mit den Daten gewachsen, hieß es.

   "Damit fällt das Wirtschaftswachstum auch im ersten Quartal 2012 insgesamt negativ aus", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Sein Haus geht von einem Minus von 0,2 Prozent aus. Nachdem das BIP der Eurozone bereits im Schlussquartal 2011 geschrumpft war, würde dies zwei Quartale in Folge ein Minus und damit definitionsgemäß Rezession bedeuten.

   Belastet wurde die Börsenstimmung auch von einer enttäuschend verlaufenen Anleihenauktion in Spanien. Spanien musste sich am Kapitalmarkt zu höheren Zinsen als zuletzt mit Geld eindecken. Auch das Interesse an einigen Anleihen war niedriger als zuletzt.

   Die EZB-Zinsentscheidung und gut ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten wurden von den Börsen vor diesem Hintergrund weitgehend ignoriert. Die EZB hat ihre Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen. Die ebenfalls veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten der privaten Arbeitsagentur ADP wies zwar überraschend viele neu geschaffene Jobs in den USA aus, konnte die Börsenverluste aber auch nicht einbremsen.

   Unter den größeren Verlierern fanden sich in Europa nach der enttäuschenden Spanien-Auktion einige Bankwerte. So verloren BNP Paribas 4,35 Prozent auf 33,19 Euro. Societe Generale fielen um 3,50 Prozent auf 20,375 Euro. Deutliche Abgaben verbuchten auch einige Aktien aus konjunktursensitiven Branchen.
 


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare
ATX
Chart
Top   Aktuell Diff. Diff %
Schoeller-Bleckmann up 76.380 2.880 3.92
voestalpine AG up 25.900 0.405 1.59
Andritz AG up 42.455 0.360 0.86
RHI AG up 27.250 0.210 0.78
EVN AG up 9.849 0.071 0.73
Immofinanz AG up 3.284 0.023 0.71
Oest. Post AG up 31.450 0.190 0.61
CA Immo. Anlagen up 10.300 0.060 0.59
Vienna Insurance Gr. equal 39.520 0.070 0.18
Telekom Austria AG equal 5.471 0.004 0.07
Flop   Aktuell Diff. Diff %
Wienerberger AG down 9.540 -0.210 -2.15
Raiffeisen Int. Bank down 26.430 -0.570 -2.11
OMV AG down 37.480 -0.435 -1.15
Mayr-Melnhof Karton down 83.96 -0.78 -0.92
Verbundgesellschaft down 16.040 -0.135 -0.83
Lenzing AG down 60.99 -0.51 -0.83
conwert down 8.898 -0.023 -0.26
Erste Group Bank AG down 24.930 -0.050 -0.20
Zumtobel AG equal 8.930 -0.004 -0.04
AMAG AUSTRIA META... equal 23.400 0.000 0.00
Anzeige
Börsen im Überblick mehr >
Name   Aktuell Diff. Diff %
ATX equal 2447.92 -0.25 -0.01
ATX Prime equal 1202.43 0.03 0.00
DAX down 8305.32 -46.66 -0.56
MDAX equal 13987.35 2.83 0.02
TECDAX down 957.98 -3.01 -0.31
Dow Jones equal 15303.10 8.60 0.06
Nasdaq 100 equal 2991.02 -0.43 -0.01
NIKKEI 225 up 14612.45 128.47 0.89
Money-Ticker
Webtipps