17. März 2010 12:37
Eine Marktkonsolidierung wäre daher sinnvoll, ob Orange selbst Interesse am
kleinsten Betreiber "3" oder an einer Fusion T-Mobile/Orange - wie
in Großbritannien - hat, wollte Krammer bei der Bilanzpressekonferenz nicht
näher kommentieren.
Auffallend sei, dass der Marktführer mobilkom besonders preisaggressiv
vorgehe, spielte Krammer den Ball weiter. Augenzwinkernd meinte er, dass A1
zunehmend zur Konkurrenz der Orange-Discountmarke "Yesss!" werde.
Allgemein sei zu beobachten, dass sich die Schlacht um den günstigsten Preis
weiter verschärft habe, seit dem 3. Quartal 2008 jage eine Kampagne die
andere. "Die Einstiegsdroge ist 6 Monate keine Grundgebühr",
so Krammer. Allerdings würden nur 3 Unternehmen operativen Gewinn
erwirtschaften, während "3" noch immer rote Zahlen schreibe.
42 Mbit-Netz vor Rollout
Krammer, der seinen Mitarbeitern in den vergangenen 2 Jahren trotz Krise
eine Beschäftigungsgarantie gegeben hatte, will auch heuer den Personalstand
von 800 halten. Mit seinem Team will er heuer noch mit Produktinnovationen
für Klein- und Mittelbetriebe aufwarten und das Netz weiter beschleunigen.
Ende 2010 soll der Rollout für das 42-Mbit/s-Netz erfolgen, in Wiener
Neustadt läuft bereits ein Probebetrieb.
Mit dem schnelleren Netz antwortet die France-Telecom-Tochter auf das
explodierende Datenvolumen im Mobilfunk. Bei Orange hat sich das
Datenaufkommen innerhalb eines Jahres verdoppelt. Treiber dabei war das
iPhone. 120.000 Kunden nutzen mittlerweile das Kult-Handy von Apple.
Sie laden die 42-fache Datenmenge eines durchschnittlichen Handynutzers
runter, rechnete Krammer vor. Er will künftig mit Partnern verstärkt
Handy-Anwendungen ("Apps") auf den Markt bringen. So habe sich die
Kooperation mit dem Fußballclub Rapid als wahrer Renner erwiesen.