10. März 2010 09:23
Das EBITDA lag mit 61,5 Mio. Euro um 46,1 % unter dem Vorjahreswert von
114,2 Mio. Euro. Die Dividende soll mit 0,5 Euro je Aktie geringer ausfallen
als im Vorjahr, als 0,75 Euro je Aktie ausgeschüttet wurden. Die Anzahl der
Mitarbeiter ist von 1.394 auf 1.056 zurückgegangen.
Die EBIT-Marge von 11,2 (22,6) % sowie die EBITDA-Marge von 24,4 (29,4) %
seien "angesichts eines Rezessionsszenarios als Achtungserfolg zu werten".
"Rig Count" auf Tiefstand
Im abgelaufenen Geschäftsjahr litt SBO aufgrund des krisenbedingten
Rückgangs des Energieverbrauchs unter "erheblichen"
Auftragsrückgängen. Der weltweite Rig Count, eine wichtige Maßzahl für die
Aktivitäten der Ölfeldindustrie, sei im Mai 2009 auf den Tiefststand von
1.983 Einheiten gesunken. Gegenüber dem Höchstwert 2008 sei das ein Minus
von 44 % - der stärkste Einbruch seit den 1980er Jahren. SBO hat 2009 den
Rotstift angesetzt, neben Kosteneinsparungen seien etwa Investitionsausgaben
gekürzt worden. Das Ziel, im Jahr 25 Mio. Euro einzusparen, sei zu einem "Großteil"
erreicht worden.
Der Auftragseingang betrug im Vorjahr insgesamt 111,1 nach 367,3 Mio. Euro
2008, Ende 2009 lag der Auftragsstand bei 76 (214) Mio. Euro.
Schoeller-Bleckmann musste 350 Mitarbeiter abbauen
"2009 war eine extrem brutale Herausforderung, wir sind aus einer
überhitzten Phase in eine steile, tiefe Krise gerutscht", schildert
Vorstandschef Gerald Grohmann. Der Gezeitenwechsel durch niedrige Ölpreise
und Wirtschaftskrise sei nach 3 erfolgreichen Jahren abrupt ab Beginn 2009
gekommen.
Der Ausblick Grohmanns für 2010 fiel verhalten aus. Für die ersten Monate
rechnet SBO mit einer "Fortsetzung der Konsolidierung des Geschäftsniveaus",
das Ergebnis 2010 werde aber davon abhängen, ob sich die Konjunktur weiter
erholt, oder ob es noch einmal zu einer Rezession kommt, hieß es. Die
Lagerbestände von Öl seien zwar weiterhin hoch, ebenso wie die
Reservekapazität, die Bohraktivität habe sich seit dem Tiefpunkt im
vergangenen Sommer aber wieder etwas erholt.
Zu Beginn 2009 hat man bei SBO "tief in die Speichen greifen" und
Sparmaßnahmen einleiten müssen - unter dem Strich über 25 Mio. Euro im Jahr.
Von den ursprünglich 1.400 Mitarbeitern weltweit mussten im vergangenen Jahr
350 gehen, 100 davon am Unternehmenssitz in Ternitz. Bis Jahresende hat man
in Ternitz kurz gearbeitet, ab 1. März ist dies prinzipiell wieder möglich.
Wegen der sich erholenden Auftragseingänge zu Jahresanfang müsse derzeit
davon aber nicht Gebrauch gemacht werden, sagte Grohmann. Die Sparmaßnahmen
des Vorjahres reichten aus heutiger Sicht, man könne auch eine "längere
Phase stagnierender oder nur leicht steigender Auftragseingänge in der
aktuellen Struktur gut bewältigen".
Mittel und längerfristig hält SBO den Wachstumstrend für weiterhin intakt
und habe deshalb trotz aller Sparmaßnahmen nichts an der grundsätzlichen
Ausrichtung geändert, sagte der SBO-Chef: "Strategische langfristige
Projekte wie die neue Vertriebsniederlassung in Brasilien, ein
Produktionsprojekt in Vietnam oder F&E sind nicht tangiert worden."