22. Februar 2010 09:58
Die AUA-Piloten werfen der Unternehmensspitze vor ihrer Unterschrift unter
das letzte der drei im Vorjahr beschlossenen Sparpakete vor, nicht alle in
der Vergangenheit getroffenen Zusagen einzuhalten. Abgesehen von der
Erfüllung gegebener Versprechen fordern die Co-Piloten der AUA nun auch eine
Arbeitsplatzgarantie. Eine solche Absicherung wollen auch die "Kranich"-Piloten,
die ab Montag null Uhr streiken wollen.
Der "trend" berichtet indes, dass es nun ernst wird mit den
angekündigten Techniker-Kündigungen bei der AUA. Montagnachmittag würden 190
bis 200 der insgesamt 1.200 Techniker der Airline über ihre Kündigung
informiert, soll AUA-Betriebsrat Alfred Junghans dem Wirtschaftsmagazin
bestätigt haben.
Diese 200 sind Teil der insgesamt 350 Mitarbeiter, die von der AUA bereits
früher für den Zeitraum Mitte Februar bis Mitte März im Rahmen des
Frühwarnsystems dem AMS gemeldet worden waren. Insgesamt soll die
Belegschaft der AUA von 7.600 Leuten Mitte bis Ende 2010 in Richtung 6.000
reduziert werden. Ende 2009 stand man bei 7.100 Beschäftigten.
Besonders stark betrifft der Personalabbau die zur AUA gehörende Tyrolean,
bei der 14 Flugzeuge wegfallen - die 50-sitzigen Canadair Jets. Davon sind
250 Arbeitsplätze betroffen. Von den 120 Piloten wurden den 60 Kapitänen
seit Herbst "Golden-Handshake"-Angebote mit Abfertigungen von bis
zu 38 Monatsgehältern für eine einvernehmliche Trennung gemacht. Die 60
Co-Piloten sollen kurz- oder teilzeitarbeiten. Im Herbst zählte Tyrolean
noch 1.800 Mitarbeiter; 170 davon waren bereits im November zur Kündigung
angemeldet worden.
Durch die Betriebsversammlung droht keine Störung des Flugbetriebes, betonte
die AUA. "Die Betriebsversammlung ist eine reine Info-Veranstaltung, es
wird keine Betriebsstörungen geben".