03. Juni 2012 23:25

Wegen Tyrolean-Umstieg 

AUA: Jeder 5. Pilot verabschiedet sich

Zudem kehrten auch 221 Flugbegleiter den Austria Airlines den Rücken.

AUA: Jeder 5. Pilot verabschiedet sich

Jetzt steht es fest: Weil sie die vom Vorstand beschlossene Überführung des AUA-Flugbetriebs auf die billiger operierende Tochter Tyrolean per 1. Juli nicht mitmachen wollen, verlassen in Summe 341 Bord-Mitarbeiter die AUA. Die Frist für das Sonderkündigungsrecht bei voller Abfertigung lief am Samstag um Mitternacht aus. 120 Piloten und 221 Flugbegleiter haben ­davon Gebrauch gemacht.

Von dem Betriebsübergang betroffen sind 600 Piloten und 1.500 Flugbegleiter der AUA. Jeder fünfte Pilot hat sich also entschlossen, wegen der künftig schlechteren Arbeitsbedingungen – Einfrieren der Gehälter, längere Arbeitszeiten – von Bord zu gehen. Gekündigt haben vor allem Kapitäne, die noch nach dem alten AUA-Kollektivvertrag angestellt waren. Die Dienstältesten kassieren jetzt satte Abfertigungen von bis zu 550.000 Euro.

Die vom Betriebsrat zunächst befürchtete Massenflucht von bis zu 300 AUA-Piloten hat es aber nicht gegeben. AUA-Chef Jaan Albrecht: „Es tut mir leid, dass einige Mitarbeiter die Abfertigung einer guten Zukunft bei Austrian Airlines vorziehen. Die große Mehrheit hat aber Ja zur AUA gesagt. Und das freut mich.“

Bis 550.000 € Abfertigung
Die meisten der 341 Mitarbeiter scheiden Ende Juni aus. Sorgen um ihre Urlaubsflüge müssen sich die Österreicher aber nicht machen, versichert die Airline. Die Abgänge könne die AUA ohne Einschränkungen des Flugbetriebs verkraften.
Kosten wird der Betriebsübergang auf Tyrolean inklusive der Abfertigungen für ausscheidende Mitarbeiter rund 100 Millionen Euro. Andererseits kann die defizitäre AUA dann hohe Pensionsrückstellungen in der ­Bilanz auflösen.

 

So werden die Piloten ersetzt

Die AUA hat bereits Maßnahmen eingeleitet, um die Piloten-Abgänge im bevorstehenden Urlaubs-Flugverkehr kompensieren zu können. Die Teilzeitarbeit wird bei Tyrolean (400 Piloten) aufgelöst, es laufen Umschulungen von Tyrolean-Piloten auf andere Flugzeugtypen. Ausgebildete Piloten, die derzeit in anderen Funktionen tätig sind, kehren wieder ins Cockpit zurück. Auch Flugzeuge und Crews der AUA-Mutter Lufthansa werden den Sommer über einspringen.

Im Winter ist der Flugplan dünner, sodass die reduzierte Belegschaft ausreichen dürfte. Für nächstes Jahr plant die AUA dann die Einstellung neuer Piloten und Flugbegleiter. Auf die Buchungen wirkt sich der Konflikt um das Sparpaket übrigens nicht aus – die AUA hat derzeit ein Nachfrageplus von zehn Prozent.

Autor: A. Sellner

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4 Postings
mäx (GAST) meint am 04.06.2012 08:05:03 ANTWORTEN >
das war ja der sinn und die idee dahinter, das möglichst viele piloten gehn. das kostet zwar 1x viel geld, aber das ziel "weniger personal" bzw "billigeres personal" wird erreicht. so denken manager, da gehts nicht ums geld, da gehts um die erreichung der ziele zwecks der eigenen prämien
galileo2 meint am 03.06.2012 16:15:32 ANTWORTEN >
lasst sie ziehen, aber ohne 500.000 euro abfertigung. eine frechheit, wer hat denn sowas ausverhandelt??
Beelzemaedchen meint am 03.06.2012 12:41:37 ANTWORTEN >
Ich kann mir schwer vorstellen, dass die hohen Abfertigungen der Gekündigten leistbar sind. Es war ein Fehler die AUA an die Lufthansa zu verschenken, wie es zuvor schon ein Fehler war, sie zu zwingen die defizitäte Lauda Air zu kaufen (dass der Lauda kein schlechtes Gewissen deswegen hat? Die 2 Marken nebeneinander zu fahren, ist von jeher bar jeder Vernunft gewesen.) Und, wenn man mit den Gehältern und Löhnen schon früher runtergefahren wäre, dann hätte es die hohen Verluste gar nie gegeben. Ja, und wenn aus Dankbarkeit, dass ihm die Lauda Air abgekauft wurde, ein Lauda hergeht und wieder eine Dumpingpreis-Airline neben der AUA gründet, wo er die Matura-Stewardessen gegen mikriges Gehalt, zum Flugbegleiten noch Klo- und Fensterputzen lässt (haben mir zwei Flugbegleiter erzählt) dann kann man ermessen, wie schwer es die AUA hatte.
patesdrei (GAST) meint am 03.06.2012 12:17:51 ANTWORTEN >
Abfertigungen von 500.000 €? Wer hat diese Summen ausverhaldelt? Sind Piloten
denn Götter. Aber bezahlen muss es dann doch der Steuerzahler. Denn die AUA
bekamm vom Staat/Steuerzahler 500 Millionen € Mitgift, damit sie die Lufthansa
überhaupt genommen hat. Jetzt braucht man dieses Steuergeld für die Götter der Lüfte, die AUA-Piloten mit ihren Sonderverträgen, ausverhandelt mit der
ÖIAG, den von der Politik entsandten Wohltätern ... aber immer alles mit dem
Geld der österr. Bürger. Kein einziger aller österr. Politiker hat da etwas bezahlt.
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