AUA-Piloten protestieren gegen Kürzungen

Betriebsversammlung

© APA/ROBERT JAEGER

AUA-Piloten protestieren gegen Kürzungen

Seiten: 12

Rund 750 AUA-Piloten und Flugbegleiterinnen haben am Donnerstag in einer Betriebsversammlung gegen einen neuen Spar-Kollektivvertrag des Managements protestiert. Das war ein Drittel der Bord-Belegschaft. "Wir als Betriebsrat haben vom Personal den Auftrag bekommen, dieses Papier nicht zu verhandeln", sagte Bord-Betriebsratschef Karl Minhard nach der Versammlung in Wien-Schwechat." Die Belegschaft fürchtet, dass das AUA-Management - entgegen aller Beteuerungen - in seinem drastischen Sparplan sehr wohl Kündigungen plant. In der heutigen Betriebsversammlung war von 500 Mitarbeitern im fliegenden Personal die Rede

Diashow AUA-Piloten protestieren
Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

Widerstand gegen Kürzungen bei AUA

1 / 5
  Diashow


Aufregung um Kündigung
  Der AUA-Vorstand hat Kündigungen in den letzten Wochen mehrfach in Abrede gestellt. AUA-Chef Jaan Albrecht hat allerdings in einem Schreiben an die Mitarbeiter gestern Mittwoch unmissverständlich festgehalten, dass die AUA in der heutigen Form nicht überlebensfähig sei. Und er drängte auf zügige und grundlegende Entscheidungen. Viel Zeit sei nicht mehr.

   Für die Arbeitnehmervertretung ist ein Kahlschlag beim Personal unakzeptabel. Man wolle ein verbindliches Zukunftskonzept. "Der Ball liegt beim Vorstand", sagte Minhard heute. "Das vorliegende Papier wird nicht verhandelt. Es muss also was Neues her. Wir sind zu vernünftigen Zugängen bereit. Aber wir werden sicher keine Vorleistungen erbringen."

Ergebnisse bis Ende des Monats
  Das Management sei mit der Belegschaft wegen neuer Verhandlungstermine oder Verhandlungsgrundlagen bisher nicht in Kontakt getreten. Bis Ende Februar aber wollte der Vorstand erste Ergebnisse. "Ich mache mir langsam Sorgen. Wenn sie so weitermachen, wird Zeit verrasseln, ohne dass etwas weiter geht", so Minhard.

   Dem neuen AUA-Chef Albrecht bescheinigt Minhad einen "guten Anfang", der aber einer jetzt schlechten Performance gewichen sei. Die den Mitarbeitern in den Sparpaketen der letzten Jahre abverlangten Einsparungsleistungen seien "verschustert" worden, so der Betriebsrat. "Und wir glauben dem Vorstand nicht mehr".

Mail an Belegschaft
  Albrecht habe in einem Mail an die Belegschaft gestern offenbar Unwahrheiten verbreitet, vermutet Minhad. In dem Schreiben habe der Konzernchef festgehalten, "es geht nicht um den billigen Abbau von Arbeitsplätzen, nicht um 57 Prozent mehr Arbeit bei weniger Bezahlung, nicht darum, das Privatleben der Mitarbeiter unplanbar zu machen und nicht um die Zerstörung von Karrieren." Vielmehr gehe es um den Fortbestand der AUA und die Sicherung der Jobs, versicherte der Manager.

   Dass Karriereplanungen nicht zerstört würden, zweifelt der Belegschaftsvertreter an, wenn nun Zuschläge, Pensionsleistungen, Vorrückungen etc. gekürzt werden sollten. Es gehe sehr wohl um einen massiven Gehaltsverlust, wenn Überstundenabgeltungen und Mehrleistungszahlungen sowie Pensionen gekürzt und Inflationsanpassungen oder Jubiläumsgelder gestrichen und Arbeitszeiten verlängert würden. Sorgen bereitet den Mitarbeitern auch, dass Gehaltsstufen eingefroren werden.

   Die Personalvertretung kommt in Summe zu "57 Prozent mehr Arbeit bei weniger Gehalt" und sieht sehr wohl einen neuen deutlichen Jobabbau bevorstehen. Schon mit den Boeing-Flugzeugverkäufen fielen viele Jobs weg. Dagegen sei die Beschaffung von sieben neuen Airbussen durchaus ungewiss, so der Betriebsrat.

   Eine sogenannte "Krisenklausel", mit der der Vorstand die Gagen im Notfall nochmals um einen zweistelligen Prozentsatz kürzen könnte, ist dem fliegenden Personal ein besonderer Dorn im Auge. Das wäre dann kein KV mehr, findet die Gewerkschaft. Die Definition von Krise würde es wohl erlauben, die Krisenregelung zum Normalfall geraten zu lassen.

   Von der AUA-Basis kamen auch heute erneut Forderungen, die AUA möge doch einmal beim Management einsparen. "Wir nehmen das ernst", so Minhard dazu. Ob es Streiks gibt? "Streiks? Warum sollten wir streiken? Es gibt einen aufrechten Vertrag."
 

Auf der nächsten Seite der Live-Ticker zum Nachlesen!

Seiten: 12
Diesen Artikel teilen:

Postings (0)

Postings ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Top Gelesen 1 / 10
Paukenschlag: Mateschitz stellt ServusTV ein
Salzburg Paukenschlag: Mateschitz stellt ServusTV ein
Der Sender ist wirtschaftlich nicht mehr tragbar, erklärt das Unternehmen. 1
Nach TV-Aus: Vorwürfe gegen Didi Mateschitz
Ging es um Betriebsrat? Nach TV-Aus: Vorwürfe gegen Didi Mateschitz
Angeblich wollten die Mitarbeiter einen Betriebsrat gründen - das schmeckte den Boss nicht. 2
Mateschitz: Servus-Aus wegen Betriebsrat
Das sagt er zum TV-Aus Mateschitz: Servus-Aus wegen Betriebsrat
Red-Bull-Chef Mateschitz nimmt zum Aus von Servus-TV Stellung. 3
ServusTV: Mitarbeiter stehen vor dem Nichts
Tränen ServusTV: Mitarbeiter stehen vor dem Nichts
"Viele Redakteure stehen vor dem Nichts" - Rund-Mail über Betriebsratsgründung soll für Empörung gesorgt haben. 4
War Servus TV-Aus ein externer Sabotage-Akt?
Mitarbeiter rudern zurück War Servus TV-Aus ein externer Sabotage-Akt?
Die Meldung einer möglichen Betriebsratsgründung soll von außerhalb angestoßen worden sein. 5
Tankstellen-Kette verlangt 1 Euro für Reifenluft
Fahrer laufen Sturm Tankstellen-Kette verlangt 1 Euro für Reifenluft
Nutzung der Druckluftgeräte für Autoreifen ist nun landesweit kostenpflichtig. 6
Gewerkschaft tobt nach Mateschitz-Aussagen
Servus TV-Aus Gewerkschaft tobt nach Mateschitz-Aussagen
Arbeiterkammer ist fassungslos: Gewerkschaftliche Organisation sei Grundrecht. 7
Flüchtlinge pushen Österreichs Konsum
Aber Arbeitslosigkeit steigt Flüchtlinge pushen Österreichs Konsum
Die Wirtschaft wächst, die Kommission ist aber weniger zuversichtlich als zuletzt. 8
Apple-Chef räumt iPhone-Krise ein
TV-Interview Apple-Chef räumt iPhone-Krise ein
Tim Cook verteidigte im Fernsehen u.a. auch die Apple Watch. 9
Mateschitz schmeißt hin: Aus für Servus TV
700 Mio Euro Verlust Mateschitz schmeißt hin: Aus für Servus TV
Red-Bull-Boss dreht den eigenen TV-Sender nach sieben erfolglosen Jahren ab. 10
Die neuesten Videos 1 / 10
News TV: Servus TV wird eingestellt & Leicester City
News TV News TV: Servus TV wird eingestellt & Leicester City
Themen: Servus TV wird eingestellt, Asylwerber droht mit Sprung vom Dach, Leicester City ist englischer Meister
Bankomatgebühr kommt vorerst nicht
Wirbel um Gebühr Bankomatgebühr kommt vorerst nicht
Finanzminister und Banker einigten sich bei Bankomat-Gipfel auf Prüfung der Gebühren.
Frau verklagt Starbucks auf 5 Mio. Dollar
Kaffeekette Frau verklagt Starbucks auf 5 Mio. Dollar
Der Konzern täusche die Verbraucher und bereite die Kaltgetränke mit zu viel Eis zu, so der Vorwurf.
Servus TV wird eingestellt
TV-Sender Servus TV wird eingestellt
Der Sender ist wirtschaftlich nicht mehr tragbar, erklärt das Unternehmen.
Wegen Dürre: Drohende Hungersnot in Simbabwe
Afrika Wegen Dürre: Drohende Hungersnot in Simbabwe
Wegen einer Dürre fehlt es in Simbabwe derzeit an Lebensmitteln.
Asylwerber droht von Dach zu springen
Flüchtlingsheim in Oberösterreich Asylwerber droht von Dach zu springen
Cobraeinsatz Montagvormittag in Wartberg ob der Aist. Ein Mann wollte vom Dach des Asylwerberheims springen.
Potenziell bewohnbare Planeten entdeckt
Sensation Potenziell bewohnbare Planeten entdeckt
Die Planeten umkreisen einen Zwergstern in einer Entfernung, die die Existenz von Wasser ermöglicht.
Wegen Gesetzesentwurf: Schlägerei im türkischen Parlament
Türkei Wegen Gesetzesentwurf: Schlägerei im türkischen Parlament
Am Montag gingen sich Abgeordneten der Regierungspartei AKP und der prokurdischen Oppositionspartei HDP an den Kragen.
Konferenz zur Zukunft des Internets
re:publica Konferenz zur Zukunft des Internets
Bei der Konferenz in Berlin geht es um die Digitalisierung und die Zukunft des Internets.
Solarflugzeug setzt Weltreise fort
Solar Impulse 2 Solarflugzeug setzt Weltreise fort
Nächstes Ziel ist Phoenix in Arizona, mehr als 1100 Kilometer entfernt.

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.