26. Jänner 2012 06:36

Betriebsversammlung 

AUA-Piloten protestieren gegen Kürzungen

Die AUA steuert auf eine Kollision zwischen Management und Mitarbeitern zu.

AUA-Piloten protestieren gegen Kürzungen
© APA/ROBERT JAEGER

Rund 750 AUA-Piloten und Flugbegleiterinnen haben am Donnerstag in einer Betriebsversammlung gegen einen neuen Spar-Kollektivvertrag des Managements protestiert. Das war ein Drittel der Bord-Belegschaft. "Wir als Betriebsrat haben vom Personal den Auftrag bekommen, dieses Papier nicht zu verhandeln", sagte Bord-Betriebsratschef Karl Minhard nach der Versammlung in Wien-Schwechat." Die Belegschaft fürchtet, dass das AUA-Management - entgegen aller Beteuerungen - in seinem drastischen Sparplan sehr wohl Kündigungen plant. In der heutigen Betriebsversammlung war von 500 Mitarbeitern im fliegenden Personal die Rede

AUA-Piloten protestieren
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Widerstand gegen Kürzungen bei AUA
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Widerstand gegen Kürzungen bei AUA
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Widerstand gegen Kürzungen bei AUA
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Widerstand gegen Kürzungen bei AUA
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Widerstand gegen Kürzungen bei AUA


Aufregung um Kündigung
  Der AUA-Vorstand hat Kündigungen in den letzten Wochen mehrfach in Abrede gestellt. AUA-Chef Jaan Albrecht hat allerdings in einem Schreiben an die Mitarbeiter gestern Mittwoch unmissverständlich festgehalten, dass die AUA in der heutigen Form nicht überlebensfähig sei. Und er drängte auf zügige und grundlegende Entscheidungen. Viel Zeit sei nicht mehr.

   Für die Arbeitnehmervertretung ist ein Kahlschlag beim Personal unakzeptabel. Man wolle ein verbindliches Zukunftskonzept. "Der Ball liegt beim Vorstand", sagte Minhard heute. "Das vorliegende Papier wird nicht verhandelt. Es muss also was Neues her. Wir sind zu vernünftigen Zugängen bereit. Aber wir werden sicher keine Vorleistungen erbringen."

Ergebnisse bis Ende des Monats
  Das Management sei mit der Belegschaft wegen neuer Verhandlungstermine oder Verhandlungsgrundlagen bisher nicht in Kontakt getreten. Bis Ende Februar aber wollte der Vorstand erste Ergebnisse. "Ich mache mir langsam Sorgen. Wenn sie so weitermachen, wird Zeit verrasseln, ohne dass etwas weiter geht", so Minhard.

   Dem neuen AUA-Chef Albrecht bescheinigt Minhad einen "guten Anfang", der aber einer jetzt schlechten Performance gewichen sei. Die den Mitarbeitern in den Sparpaketen der letzten Jahre abverlangten Einsparungsleistungen seien "verschustert" worden, so der Betriebsrat. "Und wir glauben dem Vorstand nicht mehr".

Mail an Belegschaft
  Albrecht habe in einem Mail an die Belegschaft gestern offenbar Unwahrheiten verbreitet, vermutet Minhad. In dem Schreiben habe der Konzernchef festgehalten, "es geht nicht um den billigen Abbau von Arbeitsplätzen, nicht um 57 Prozent mehr Arbeit bei weniger Bezahlung, nicht darum, das Privatleben der Mitarbeiter unplanbar zu machen und nicht um die Zerstörung von Karrieren." Vielmehr gehe es um den Fortbestand der AUA und die Sicherung der Jobs, versicherte der Manager.

   Dass Karriereplanungen nicht zerstört würden, zweifelt der Belegschaftsvertreter an, wenn nun Zuschläge, Pensionsleistungen, Vorrückungen etc. gekürzt werden sollten. Es gehe sehr wohl um einen massiven Gehaltsverlust, wenn Überstundenabgeltungen und Mehrleistungszahlungen sowie Pensionen gekürzt und Inflationsanpassungen oder Jubiläumsgelder gestrichen und Arbeitszeiten verlängert würden. Sorgen bereitet den Mitarbeitern auch, dass Gehaltsstufen eingefroren werden.

   Die Personalvertretung kommt in Summe zu "57 Prozent mehr Arbeit bei weniger Gehalt" und sieht sehr wohl einen neuen deutlichen Jobabbau bevorstehen. Schon mit den Boeing-Flugzeugverkäufen fielen viele Jobs weg. Dagegen sei die Beschaffung von sieben neuen Airbussen durchaus ungewiss, so der Betriebsrat.

   Eine sogenannte "Krisenklausel", mit der der Vorstand die Gagen im Notfall nochmals um einen zweistelligen Prozentsatz kürzen könnte, ist dem fliegenden Personal ein besonderer Dorn im Auge. Das wäre dann kein KV mehr, findet die Gewerkschaft. Die Definition von Krise würde es wohl erlauben, die Krisenregelung zum Normalfall geraten zu lassen.

   Von der AUA-Basis kamen auch heute erneut Forderungen, die AUA möge doch einmal beim Management einsparen. "Wir nehmen das ernst", so Minhard dazu. Ob es Streiks gibt? "Streiks? Warum sollten wir streiken? Es gibt einen aufrechten Vertrag."
 

Auf der nächsten Seite der Live-Ticker zum Nachlesen!




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12 Postings
frediauswien meint am 27.01.2012 11:20:46 ANTWORTEN >
"Derzeit sieht´s bei den 1000 Piloten so aus: Sie verdienen im Schnitt 13.000 Euro brutto (7.000 bis 15.000 Euro) pro Monat, 14 Mal.

Die Monatsarbeitszeit beträgt 70 Stunden. Effektiv sind es 700 Stunden im Jahr (Stundenlohn 260 Euro). 900 Arbeitsstunden sind international üblich.

Die 400 Inhaber von Altverträgen haben nach 25 Dienstjahren Anrecht auf 39 (!) Monatsgehälter Abfertigung. In der Privatwirtschaft sind es 12. Pro Jahr erhöht sich das Pilotengehalt automatisch um 7,6 Prozent. "

Also ehrlich wenn man das so liest drehts einem "Normalabrbeiter" auch den Magen um und man fragt sich warum nicht auch in diesem Bereich gespart werden sollte.
kob37 meint am 27.01.2012 03:15:57 ANTWORTEN >
wie überall arbeitsplätze und arbeiter(in) vor die türe setzen wollen wegen sparmaßnahmen , wie wäre es mal oben aufräumen, also Management bei euch mal sparen
lufti meint am 26.01.2012 18:12:04 ANTWORTEN >
lieber sparefroh,
wie viel schätzen sie ,verdient ein privelegierter aua mitarbeiter, mit der höchsten qualifikation in lfz wartung auf 2 typen , im Kollektivvertrag nach 1995 zugehörig, mit 50-60 nachtstunden und wochenenddienst im monat ? firmenzugehörigkeit ca 13 jahre
Wright meint am 26.01.2012 17:13:21 ANTWORTEN >
Der Moskau-Flug war allerdings verspätet weil die Crew und das Flugzeug wegen Schneechaos in Sofia hängen geblieben waren. Bitte besser recherchieren.
der grieche meint am 26.01.2012 16:50:22 ANTWORTEN >
genau christian 1965 brav hände falten goschen halten - schon mal nachgedacht ? -die mitarbeiter geben die nächsten 4 jahre monat für monat 5% ihres gehalts als krisenbeitrag her - freiwillig, nach abstimmung. die manager haben 2011 schon wieder einen schönen bonus bekommen. und jetzt bekommt man einen fix und fertigen kv hingeknallt und soll den bitte rasch unterschreiben. dafür darf man in zukunft fürs gleiche geld um 55% mehr fliegen, einen tag im monat weniger frei haben und den monatlichen dienstplan eine woche später bekommen
neromaximus meint am 26.01.2012 16:33:13 ANTWORTEN >
hallo liebes team ,

als Aktionär der lufthansa würde es mich interessieren wie lange ein profitables unternehmen wie lufthansa noch zusieht wie ausrian geld vernichtet.
mir kommt vor als werfen wir schlechtem geld gutes hinterher.

mein vorschlag wäre eine schliessung (vorbild swiss)um dann mit zeigemässen verträgen und ohne poitik weiterarbeiten zu können .
gruss
ps: solange die Sozialisten was zu melden haben wird es nie was mit der aua .dann lieber dichtmachen alle entlassen und die angestellten dem freien markt überlassen ,werden mal sehen ob sie dann noch grosskotzig etwas ablehnen .die werden um einen Anstellung betteln .
franzjosefs meint am 26.01.2012 16:26:25 ANTWORTEN >
Na hoffentlich wird nicht beim Sprit eingespart.
http://gedaunknsplitta.blog.de
christian1965 meint am 26.01.2012 13:38:09 ANTWORTEN >
der roterbaron hat es geschrieben, die AUA ist privatisiert und damit kein betrieb mehr, der egal wieviel verluste er schreibt vom staat subventioniert wird. jetzt heisst es schwarze zahlen schreiben oder futsch ist der betrieb. die lufthansa braucht die AUA nicht, die hat genug flugzeuge und auch genug personal. das sollten sich die mitarbeiter und vor allem der betriebsrat sehr gut überlegen.
Patricia_L. meint am 26.01.2012 09:35:14 ANTWORTEN >
Du weißt aber schon, dass man bei einem Streik nicht einfach sagen kann: "Ah, ohne mich, da will ich nicht mitmachen!" Red mal mit einem AUA-Mitarbeiter und frag ihn was er verdient. Da sind Leute mit einer Mega-Ausbildung die mit einem absolut lächerlichen Lohn abgefertigt werden. Also informiert dich besser mal, bevor du hier so tust, als würden die den Zucker in den Arsch geblasen bekommen. Abgesehen sollte dir auch klar sein, was Einsparungen bei der AUA bedeuten. Das heißt nämlich Personalabbau. Ob das die Lösung ist, ist die Frage.
Patricia_L. meint am 26.01.2012 09:33:48 ANTWORTEN >
Du weißt aber schon, dass man bei einem Streik nicht einfach sagen kann: "Ah, ohne mich, da will ich nicht mitmachen!" Red mal mit einem AUA-Mitarbeiter und frag ihn was er verdient. Da sind Leute mit einer Mega-Ausbildung die mit einem absolut lächerlichen Lohn abgefertigt werden. Also informiert dich besser mal, bevor du hier so tust, als würden die den Zucker in den Arsch geblasen bekommen. Abgesehen sollte dir auch klar sein, was Einsparungen bei der AUA bedeuten. Das heißt nämlich Personalabbau. Ob das die Lösung ist, ist die Frage.
Sparefroh ! meint am 26.01.2012 08:41:25 ANTWORTEN >
Alle müssen sparen ! Warum die AUA nicht !? Wer Streikt würd bei mir sofort fristlos entlassen werden , wenn du dir so etwas in der Privatwirtschaft leistets mit sovielen privilegien kannst sofort zusperren ! Kainerlei verständnis für die Aktion zeigen ......
roterBaron meint am 26.01.2012 09:46:39
Ein Vollhammer wees ärger nicht mehr geht, keine Ahnung von dem was da gerade mit den Arbeitnehmern passiert, blöd daherreden, die Aua ist schon längst privatisiert und wer wie was wann entlassen darf steht in der Gewerbeordnung für Arbeiter und im Agestelltengesetz für Angestellte! Den Beschäftigen ist es ziemlich egal ob so einer verständnis hat. Trottel!
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