25. Februar 2010 14:19
"Er ist ein ausgewiesener Experte, der die schwierige Personalaufgabe
als Teil meines Teams bestmöglich bewerkstelligen kann", wird er
im Magazin "Format" zitiert.
Nigl selbst meinte zu seinem künftigen Job: "Restrukturierung
heißt nicht nur Personalabbau allein. Es geht darum, eine
leistungsorientierte Unternehmenskultur einzuführen." Wobei
Kündigungen ohnehin schwierig sind, da 60 % der Postler beamtet sind. Rund
500 von ihnen befinden sich im "Karriere- und Entwicklungscenter"
der Post, wo sie bei etwas reduziertem Einkommen zum Daumen drehen
verurteilt sind. Ein Ersatz der Briefzusteller durch private Firmen, wie vom
ehemaligen Postchef Anton Wais angedacht, erteilte Pölzl in der
Vergangenheit bereits eine Absage.
Im Zentrum der ÖBB-Datenaffäre
Nigl stand im Zentrum der ÖBB-Datenaffäre um die illegale Sammlung von
Krankenstands-Diagnosedaten bei der Staatsbahn. In den ÖBB war in den
vergangenen Jahren nicht nur über die Zahl der Krankenstände der Mitarbeiter
genau Buch geführt worden, sondern - verbotenerweise - auch über Diagnosen.
Die Daten wurden bei Beförderungen herangezogen. Nigl hatte stets betont,
dass diese Datensammlung Vorstand und Gewerkschaft bekannt war, was diese
dementierten. Derzeit ermittelt der Staatsanwalt nach einer
Sachverhaltsdarstellung der ÖBB.
Nigl war bei der Bahn zuletzt Chef der in Auflösung befindlichen
ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft (DLG), davor Personalchef der Bahn. Ein
anderer Job bei der Bahn sei am Widerstand der Belegschaftsvertretung
gescheitert, hieß es aus der Bahn. Der gebürtige Wiener Nigl gilt als
ÖVP-nahe. Schon vor dem jetzigen Postjob und seiner Tätigkeit bei den ÖBB
war Nigl für ein staatsnahes Unternehmen tätig - die Telekom Austria. Auch
dort war der gelernte Nachrichtentechniker Personalchef.
Betriebsrat wartet ab
Der Betriebsrat der Post AG hat heute zurückhaltend auf die Bestellung des
ÖBB-Managers Franz Nigl zum neuen Post-Personalchef reagiert. "Nigl
ist ein Vollprofi was das Beamten-Dienstrecht betrifft, verwies
Betriebsratschef Gerhard Fritz auf die Erfahrung des Wieners bei der Telekom
Austria und den ÖBB. Man werde Nigl an seien Taten messen - und hier vor
allem an den Leistungen den Mitarbeitern gegenüber, so Fritz.