16. März 2010 16:04
Das Thema der Griechenland-Hilfe dürfte jedenfalls auch Schwerpunkt des
EU-Gipfels der Staats- und Regierungschefs Ende nächster Woche sein. Unklar
ist, ob es "im Fall des Falles" zu bilateralen Hilfen für
Griechenland kommt, oder zu Garantien oder aber auch zu einer Unterstützung
mittels des IIWF. Man habe beim Finanzministerrat die "technischen
Modalitäten" geklärt und dabei auch die rechtlichen Möglichkeiten
gewährleistet, so dass es keine Vertragsverletzung geben werde.
Was eine mögliche bilaterale Hilfe betrifft, sagte Pröll, dies würde "in
jene Richtung laufen, dass man quasi Geld von den Nationalstaaten aufstellt,
die sich bilateral anschließen und dann wird das von der EU-Kommission
gepoolt und in Griechenland mit entsprechendem Refinanzierungsbedarf, mit
Risikoaufschlägen und entsprechender Verzinsung platziert". Dies
wirke dann natürlich auf die Staatsschuldenerhöhung in den jeweiligen
Staaten, die Hilfe leisten. "Deshalb habe ich immer stärker auf
Garantien gedrängt. Ich nehme zur Kenntnis, dass es Widerstände gibt".
Weiterhin offene Punkte
Teils divergierende Aussagen gab es nach der Sitzung der Finanzminister der
Euro-Gruppe am 15. März und beim Treffen aller Ressortchefs der EU-27 am 16.
März. Hatte Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker noch von einer Einigkeit
gesprochen, notfalls bilaterale Hilfen für Griechenland zu geben, sagte der
deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble bei den Budgetberatungen in
Berlin, es sei kein Notfallplan beschlossen worden. Der griechische
Finanzminister Giorgos Papakonstantinou zeigte sich nicht sehr zufrieden, er
vermisst Klarheit über die möglichen Finanzhilfen. Es gebe immer noch offene
Punkte.
Nicht als Notfallplan, sondern als "Plan zum Vertragsbruch",
bezeichnete Thiemo Jeck vom Centrum für Europäische Politik in Freiburg die
jüngste Erklärung der Finanzminister. Es gebe ein umfassendes "Bail-out-Verbot"
(Rettungs-Verbot) im EU-Vertrag und "wichtig ist deshalb nicht, was auf
der Verpackung steht, sondern was sich in dem Paket findet. Und das sind
finanzielle Hilfen für Griechenland und damit ein verbotener Bail-out".
Einigkeit demonstrierten die EU-Finanzminister jedenfalls beim Sparprogramm
für Athen. Die radikalen Sparmaßnahmen würden ausreichen, um die strikten
Vorgaben vor allem einer Budgetdefizitsenkung von vier Prozent in diesem
Jahr zu erfüllen.